ALS BLOGGER LEBEN – GEHT DAS?

Insbesondere die DIY-Kultur lebt von Bloggern. Und viele Blogger leben von der DIY-Kultur. Aber was ist mit mir? Kann ich auch einmal vom Bloggen leben und vielleicht zum sogenannten digitalen Nomaden werden? Wie der Weg dorthin aussehen kann und was die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Blog sind, erklärt dieser Artikel.

BLOGGEN FÜR ANFÄNGER

So simpel es ist, so wichtig ist es auch: Ein Mensch, der als Blogger leben will, braucht zuallererst einen guten Blog. Und gerade im DIY-Bereich, in dem Stil und gutes Design eine Menge bedeuten, gibt es einige wichtige Hinweise, die wirklich dabei helfen können, den Blog zu einem Erfolg zu machen. Denn klar: Blogger schreiben für sich, aber nicht nur, denn sonst müssten sie ihre Texte ja nicht online veröffentlichen.

Ganz wichtig dafür: Eine klare Zielvorstellung. Denn DIY-Blogs gibt es wie Sand am Meer. Es ist nicht unbedingt notwendig, das Rad beziehungsweise das Selbermachen neu zu erfinden. Aber es ist schon wichtig, etwas ganz besonders gut zu können. An anderen Blogs kann man gut sehen, wie eine Spezialisierung zum Beispiel auf Accessoires, Partyfood und Geschenkideen zum Erfolg führen kann. Natürlich sind beim Bloggen grundsätzlich alle Themen möglich. Reizvoll ist zum Beispiel auch die Verbindung von Reisen und DIY, denn weltweit findet man die unterschiedlichsten Möglichkeiten, um selbstständig Designs zu entwickeln und mit etwas Kreativität jenseits ausgelatschter Pfade zu gehen.

Ungeduldige Naturen haben nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Bloggen ganz sein lassen oder Geduld lernen. Denn der Erfolg eines Blog stellt sich nicht über Nacht ein. Erstens wollen die Leute qualitativ hochwertige Beiträge lesen, und das mit einer gewissen Konstanz. Bis sie den Blog also weiter empfehlen, kann schon eine gewisse Zeit vergehen.

Vermarktung gehört übrigens auch dazu, um die Zeit, bis der Stein mal ins Rollen kommt, zu verkürzen. Mit ein bisschen Marketing, Engagement in den Sozialen Medien und anderen Blogs kann mit wenigen Mitteln viel erreicht werden.

Ein tolles Seitendesign ist übrigens ganz wichtig, gerade für kreative Blogger und Leserinnen und Leser. Man stelle sich folgendes Szenario vor: Man entdeckt gerade einen Blog, der einen thematisch wirklich anspricht und gibt ihm eine Chance. Kaum ist man auf der Startseite, entdeckt man grauenvolle Designs und Logos aus der Zeit der Windows-95-Hölle.

Nun ist das Entscheidende, dass dieser Blog nicht Euch gehört. Sorgt dafür, dass Ihr mit etwas Know-How eine ansprechende Seite gestaltet, Freunde darum bittet oder im Zweifelsfall sogar Professionelle ins Boot holt, die die Gestaltung übernehmen. Unbezahlbar? Nein, das ist es längst nicht mehr. Auch für relativ kleines Geld kann man mittlerweile Profis anheuern.

Leicht vermeiden lässt sich der Fehler, immer Beiträge aus der gleichen Richtung zu posten. Es können die besten Anleitungen, Tipps und Tricks sein: Wenn sie immer sehr ähnlich ausfallen, langweilen sie die Leser schnell. Also gebt unter Umständen mal einen privaten Einblick, empfehlt ein Restaurant oder dokumentiert Reisen, um für Abwechslung zu sorgen.

WIE VIEL ARBEIT MUSS ICH INVESTIEREN?

Eine schwierige Frage ist, wie viel Zeit so ein Blog kostet. Denn das hängt natürlich vor allem von den Faktoren ab, die etwas mit der Bloggerin oder dem Blogger zu tun haben. An sich ist es natürlich möglich, einmal im Monat etwas zu posten und damit zufrieden zu sein. Möchte man den Blog aber etwas professioneller betreiben, wird das schwer.

Egal für welche Art der vielfältigen DIY-Kultur man sich begeistert, man wird schon bald extra Sachen für den Blog an den Start bringen, um der Community extra Content zu liefern. Denn hochwertiger Content macht letztendlich den Unterschied zu dem Meer von zahlreichen anderen Blogs. Die Stunden, die man für solche Projekte investiert, kann man also praktisch dazu zählen.

Für den Blog selbst fallen neben technischen Arbeiten wie dem Upload von Daten natürlich die redaktionellen Inhalte wie das Verfassen hoffentlich hochwertiger, intelligenter Texte und das Posten von ordentlichen Fotos an. Blogs hingegen, die tatsächlich Geld bringen und Umsatz generieren, werden oft zu Teilzeit- oder Vollzeit-Jobs.

Was zunächst unliebsam klingt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als die Chance auf einen Traumberuf – zumindest für diejenigen, die die Trennung vom privaten und beruflichen Sektor nicht so wichtig finden.

Natürlich gibt es noch einige weitere Aspekte, die eine Rolle bei der Berechnung der Arbeitszeit eines Bloggers eine Rolle spielen.

GELD VERDIENEN MIT BLOGS?

Kann man also mit Blogs Geld verdienen? Prinzipiell ja. Allerdings nur, wenn man schnell die Vision vergisst, am Strand oder der Eisdiele zu chillen und dort gemütlich den ein oder anderen Blog-Artikel zu verfassen, während die Kasse automatisch klingelt.

Wer ethische Bedenken hat, einen Blog kommerziell zu nutzen, kann diese in Ruhe bei Seite wischen. Denn wirklich gut gemachte Seiten liefern ihren Leserinnen und Lesern einen echten Mehrwert, und selbst wenn man mit den Blogs Geld verdient, kosten sie die Nutzer erst einmal keinen Cent.

Aber wie geht das? Nun, man kann es beispielsweise, hat man genügend regelmäßige Leser, durchaus mal mit Werbebannern versuchen. Allerdings sind diese eine eher schlechte Option. Warum? Nun, um mit Werbebannern mehr Geld zu verdienen, braucht man mehr Besucher der Seite. Um diese Besucher zu bekommen, wird man, sobald man Werbebanner geschaltet hat, bewusst oder unbewusst versuchen, die Besucherzahlen zu erhöhen. Und eventuell auf schreckliches Clickbaiting setzen, mit reißerischen Überschriften und, kürzeren, schlechter recherchierten Artikeln.

Dabei ist das Hauptproblem, dass man die wichtigsten Leute vergisst: Die Leute, die dem Blog treu folgen und ihn lesen. Die Werbebanner sind ja meistens alles andere als ästhetisch ansprechend. Auch die Verschlechterung des Contents wird aufmerksamen Followern kurz oder lang garantiert auffallen.

Wesentlich besser und dezenter ist das sogenannte Affiliate Marketing. Auch DIY-Begeisterte brauchen mal ganz normale, kommerziell vertriebene Produkte. Und wenn Blogger Produkte kennen, die sie selbst begeistern, ist es auch völlig in Ordnung, diese Produkte für eine kleine Provision zu bewerben. Um das Ganze auf elegantere Art zu lösen, kann man auch ehrliche Produkttests verfassen.

Außerdem können Blogger eigene Produkte anbieten. Was das sein soll? Na ganz einfach, zum Beispiel könntet Ihr einen Online-Shop auf Eurer Seite einrichten und selbstgemachten Schmuck, Möbel, Kleidung und so weiter verkaufen. Damit wärt Ihr nah am Kernthema und könntet trotzdem Geld verdienen!

Und irgendwann, wenn man quasi alle Geschichten auf dem eigenen Blog erzählt hat, jede Idee ausgeschlachtet ist und man auch nicht mehr so richtig Lust hat, weiter zu bloggen, spricht nichts dagegen, den Blog zu verkaufen. Damit lassen sich teilweise recht große Gewinne erzielen, und wahrscheinlich wird der Blog auch weiter geführt – denn die Käufer erwerben ihn ja mit der Absicht, mit ihm weiter zu arbeiten.

Wie viel Geld kommt denn nun konkret dabei herum? Und kann man davon leben? Nun, die Antwort ist ein klares Jein. Denn Top-Blogger in Deutschland fahren mit ihren Blogs sicherlich zwischen 5.000 und 10.000 Euro ein, aber der Großteil der Blogger wird nicht annähernd an solche Summen kommen – sicherlich ein Grund, warum die meisten Bloggern hauptsächlich noch ihren ganz normalen Tagesbeschäftigungen nachgehen.

Zu berücksichtigen ist allerdings natürlich, dass diese Einkünfte keineswegs steuerfrei daherkommen. Schön wäre es vielleicht, aber so: Keine Chance.

BLOGGEN ALS DIGITALER NOMADE

Für Blogger ist es prinzipiell sogar möglich, zu sogenannten Digitalen Nomaden zu werden. Das sind Leute, die keinen festen Arbeitsplatz haben, sondern rund um die Welt reisen und letztlich nur ihren Arbeitslaptop stets mitnehmen. Also können sie, Internetzugang vorausgesetzt, ganz entspannt von der Karibik aus bloggen. Ob das in der Praxis immer so entspannt ist, sei einmal dahingestellt, denn je mehr Leser ein Blog hat, desto schwieriger und komplexer wird auch die Redaktionsarbeit, die er zu leisten hat.

FAZIT

Wer also nicht nur kreativ begabt ist, sondern zudem über ein gutes Schreib-Handwerk verfügt und neben seinem Beruf noch die zusätzliche Zeit hat, kann natürlich einen Blog starten. Die Wege in den Job als Blogger sind aber doch etwas steinig: Denn mittlerweile ist auch der Markt an Blogs sehr übersättigt, während ein Jahr Durststrecke am Anfang ganz normal ist. Und selbst danach gelingt es vielen Bloggern nicht, ihre Angebote wirklich einträglich zu gestalten. Wer es aber einmal geschafft hat, wird definitiv ganz gut verdienen!

Fotos: 1/fotolia.de © REDPIXEL #105848713, 2/fotolia.de © tunedin #81487317, 3/ fotolia.de © contrastwerkstatt #161498699

 

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