Grundausstattung für Holzarbeiten

Arbeiten mit Holz macht viel Spaß, denn Holz ist ein dankbarer Werkstoff, der viele praktische Vorteile mit sich bringt. In jeder Jahreszeit bieten sich unzählige Anlässe für Hobby-Handwerker, um neue Holzprojekte anzugehen: Ein Weihnachtskalender für die Kinder, ein Fotohintergrund für das Familienfoto, Untersetzer für Töpfe und Pfannen, ein Beistelltisch für die Terrasse und vieles mehr. Damit die Arbeit Spaß macht, sicher und von Erfolg gekrönt ist, braucht es die richtigen Werkzeuge.

Eine professionell eingerichtete Werkstatt ist der Traum aller Hobby-Handwerker.

Hochwertiges Werkzeug sorgt für zufriedenstellende Ergebnisse

Spätestens, wenn aus dem Hobby ein Nebenerwerb wird, spielt die Qualität der Werkzeuge eine große Rolle. Es ist ähnlich wie beim Kochen: Die Grundzutaten bestimmen, ob es sich um ein mäßig gutes oder um ein herausragendes Menü handelt.  Für Hobby-Handwerker bestehen dabei andere Ansprüche als für diejenigen, die ihre Erzeugnisse zum Verkauf anbieten. Letztere benötigen Spezialwerkzeuge und Geräte, die für den Dauergebrauch ausgelegt sind. Im DIY-Bereich ist der Dauergerbrauch eher selten. Kurzum: Es ist ratsam, sich eine Grundausstattung für Holzarbeiten anzuschaffen, die zum geplanten Einsatz passt.

Informieren und Vergleichen

Wer mehrmals pro Woche zum Werkzeug greift, setzt im Zweifel auf Profiqualität. Doch auch wer nur ein oder zweimal im Monat aktiv wird, profitiert von qualitativ hochwertigem Werkzeug. Unabhängig von der Qualität des Werkzeugs umfasst eine Grundausstattung für Holzarbeiten einige Standardwerkzeuge. Ein typisches Gerät für Holzarbeiten ist die Stichsäge. Der Markt hält eine breite Auswahl unterschiedlicher Stichsägen in unterschiedlichen Preisklassen bereit. Es gibt Produkte, die deutlich unter 100 Euro kosten und solche, die 500 Euro oder mehr kosten.

Wer sich vorschnell entscheidet, trifft wahrscheinlich nicht die richtige Wahl und gibt unterm Strich mehr Geld aus als nötig. Entweder, weil er sich von vornherein für ein zu teures Gerät mit überdimensionierten Merkmalen entschieden hat, oder, weil er ein günstiges Gerät über die Maßen beansprucht und nach kurzer Zeit ein zweites kaufen muss. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, sich vorab ausführlich über die Eigenschaften und Leistungen der unterschiedlichen Geräte zu informieren und sie miteinander zu vergleichen. Dann stehen die Chancen gut, das individuell „richtige“ Produkt für die eigenen Zwecke auszuwählen.

Die Grundausstattung für Holzarbeiten

Welche Werkzeuge sind es nun, die regelmäßig bei Holzarbeiten benötigt werden? Abhängig von den geplanten Holzprojekten kommen die verschiedenen Werkzeuge unterschiedlich häufig und unterschiedlich stark zum Einsatz. Dabei gilt die Faustregel: Lieber eine solide Qualität bekannter Markenhersteller kaufen als zu No-Name-Discountprodukten zu greifen. Die zuletzt genannten bergen ein erhöhtes Risiko, vorzeitig auszufallen oder weniger gute Leistungen zu erbringen, von möglichen Sicherheitsmängeln einmal abgesehen.

Eine einfache Antwort auf die Frage, welche Werkzeuge für Holzarbeiten gebraucht werden, gibt es nicht. Es hängt, wie schon erwähnt, von den individuellen Projekten ab. Vor dem Einkaufen sollten Hobby-Handwerker deshalb unbedingt die Frage klären, welche Projekte sie bewältigen wollen.

Die im folgenden vorgestellten Werkzeug werden in zwei Bereiche unterteilt. Es gibt solche, die für Einsteiger und Profis gleichermaßen unverzichtbar sind, das ist die Grundausstattung. Und es gibt solche, die etwas Erfahrung erfordern, diese werden unter „Erweiterung“ aufgelistet. So kann jeder einen individuellen Werkzeugkoffer zusammenzustellen, der die drei wesentliche Arbeitsschritte der Holzarbeiten abdeckt, nämlich Mess- und Markierarbeiten, Zuschnitt- und Formatierarbeiten sowie Verbindungsarbeiten.

Werkzeuge zum Messen und Markieren

Zum Messen und Markieren braucht es mindestens einen Zollstock oder einen Meterstab, einen exakten Winkel und einen Bleistift. Diese drei Utensilien sind für Einsteiger ausreichend. Für Fortgeschrittene, die eine typische Holzverbindung wie den Schwalbenschwanzzinken selbst herstellen wollen, sind unterschiedliche Winkel unverzichtbar. In diesem Fall ist eine sogenannte Winkelschmiege zu empfehlen. Sollen Linien parallel aufgezeichnet werden, kommt ein Streichmaß zum Einsatz. Alles zusammen genommen stellt bereits die Profiausstattung dar.

Grundausstattung

  • Zollstock/Meterstab
  • feststehenden Winkel
  • Bleistift

Erweiterung

  • Streichmaß
  • Winkelschmiege

Werkzeuge und Geräte für den Zuschnitt

Das Zuschneiden von Brettern und Platten ist der zweite Schritt. Hierfür werden in erster Linie Sägen benötigt. Einsteiger lassen sich Holzbretter zum Beispiel im Baumarkt oder in der Schreinerei zuschneiden. Für die Grundausstattung reicht deshalb oft eine Handsäge oder eine solide Stichsäge. Als Handsäge kommt zum Beispiel die Japansäge mit einem beidseitig gezähnten Sägeblatt in Betracht. Die eine Seite sägt Holzfasern quer, die andere Seite ist für Längsschnitte konzipiert. Wer selbst Plattenmaterial zuschneiden will, kann eine Handkreissäge oder eine Tauchkreissäge mit Führungsschiene nutzen. Damit lassen sich auch größere Stücke sauber zuschneiden.

Grundausstattung

  • Handsäge, zum Beispiel eine Japan Säge

Erweiterung

  • Handkreissäge
  • Tauchkreissäge mit Führungsschienen

Werkzeuge und Geräte für Verbindungsarbeiten

Holzteile miteinander zu verbinden ist auf unterschiedliche Art und Weise möglich. Eine simple Verbindung, die für Einsteiger ideal geeignet ist, ist die Verbindung mit Holzdübeln. Zu diesem Zweck ist eine Bohrmaschine nötig, alternativ tut es auch ein Akkuschrauber mit den passenden Holzbohrern. Hilfreich ist eine Dübellehre, weil diese die Positionierung der Bohrungen stark vereinfacht. Leim und Schraubzwingen vervollständigen die Grundausstattung.

Wer einen Garten hat, hat als Hobby Schreiner immer etwas zu tun.

Für geübte Hobby-Heimwerker, die gewagtere Projekte angehen, sind klassische Holzverbindungen ein probates Mittel. Zu den klassischen Holzverbindungen gehören zum Beispiel Schlitz, Zapfen oder Zinken. Dazu sind feine Sägen nötig und außerdem scharfe Stemmeisen in unterschiedlicher Dicke sowie ein Hammer oder Klüpfel. Für die vielseitigen Arbeiten eignen sich Sägen, die Sägeblätter mit verstärktem Rücken verwenden. Damit lassen sich feinere, exaktere Schnitte führen.

Hinsichtlich der Stemmeisen hängt es davon ab, welche Holzarbeiten geplant sind. Um Schlitze zu stemmen sollte das Stemmeisen zwischen 6 und 10 mm aufweisen. Sollen Zinken oder Schwalbenschwanzverbindungen hergestellt werden, ist ein Stemmeisen zwischen 12 und 20 mm ideal. Für Nacharbeiten und für die Behandlung größerer Flächen sind Stemmeisen zwischen 22 und 30 mm zu empfehlen.

Um Holzverbindungen zu egalisieren sind Schleifpapier und mitunter ein scharfer Hobel erforderlich. Einhandhobel sind dafür ausreichend. Wer etwas mehr Erfahrung hat und aufwändigere Holzarbeiten durchführen will, kann über die Anschaffung eines elektrischen Hobels nachdenken.

Grundausstattung

  • Bohrmaschine oder Akkuschrauber mit Holzbohrern
  • Hammer oder Klüpfel
  • Dübellehre
  • Schleifpapier
  • Einhandhobel
  • Leim und Zwingen

Erweiterung

  • Feinsäge
  • Stemmeisen in unterschiedlichen Stärken
  • elektrischer Hobel

Holzarbeiten sicher durchführen

Um lange Freude am Hobby zu haben ist eine solide Grundausstattung das Minimum. Mit der Zeit werden sich die Fähigkeiten verbessern und damit auch der Anspruch an das Werkzeug. Das wichtigste ist aber, Holzarbeiten sicher durchzuführen. Denn wer mit scharfen Sägen und schwerem Gerät umgeht, begibt sich in Verletzungsgefahr. Deshalb sind neben den Geräten und Maschinen schnittfeste Handschuhe eine sinnvolle Investition.


Fotokredits: Thierry Milherou auf Pixabay  (CC0 Creative Commons),
Jac Engels auf Pixabay (CC0 Creative Commons)

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