Einmal rundherum: Jetzt ist Kränzezeit!

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Es gibt Dinge, die kündigen eine neue Jahreszeit zuverlässiger an als jeder Kalender. Im Herbst sind das die ersten Kastanien in der Jackentasche, Blätter auf dem Küchentisch und irgendwann der Gedanke: Daraus könnte man doch einen Kranz machen. Eine gute Idee, denn gerade jetzt liegt das Material praktisch vor der Haustür. Und nein, wir reden noch nicht vom Adventskranz. Der bekommt seinen großen Auftritt früh genug.

 

Ein Kranz ist vermutlich eine der dankbarsten Arten, Fundstücke aus Garten, Wald und Wochenmarkt unterzubringen. Zweige, Zapfen, Eicheln, Beeren, Blätter, kleine Kürbisse, Physalis: Was einzeln noch nach „Ich habe das mal mitgenommen“ aussieht, ergibt im Kreis plötzlich ein Konzept.

Das zeigen auch unsere Kränze ziemlich gut. Da ist der üppige Herbstkranz mit kleinen Kürbissen, roten Blättern, Zapfen und Beeren, bei dem Zurückhaltung offensichtlich nicht Teil des Plans war. Daneben wirkt ein Kranz aus Physalis fast grafisch: orangefarbene Lampions, dunkle Zweige, ein paar Beeren, fertig. Und dann gibt es die grüneren Varianten mit Tannenzweigen, Zapfen und Nüssen, die schon leise ankündigen, wohin die Reise in den nächsten Wochen geht.

Ein Kreis, ziemlich viele Möglichkeiten

Bevor man anfängt, lohnt sich deshalb eine Entscheidung: Soll der Kranz üppig werden oder eher locker? Natur pur oder mit ein paar gezielten Farbakzenten? Für die Wirkung ist das wichtiger als die Frage, ob irgendwo noch eine Eichel mehr hineinpasst.

Als Grundlage eignet sich ein fertiger Stroh- oder Weidenkranz. Man kann den Rohling aber auch aus biegsamen Zweigen selbst formen. Birke, Weide oder lange Ranken lassen sich zu einem Ring legen und mit Draht fixieren. Perfekt rund muss der nicht sein. Im Gegenteil: Gerade die etwas eigenwilligen Formen sehen mit Naturmaterial oft besser aus als ein Kreis, der aussieht, als hätte man ihn mit dem Zirkel gezogen.

Danach wird gebunden, gesteckt oder geklebt. Zweige und Grün befestigst du am besten mit dünnem Bindedraht. Kleine Sträuße nacheinander überlappend anlegen, festwickeln und immer in derselben Richtung weiterarbeiten. So verschwindet der Draht automatisch unter der nächsten Lage. Zapfen lassen sich ebenfalls mit Draht befestigen. Bei Eicheln, Nüssen, Physalis und kleinen Kürbissen ist Heißkleber oft die unkompliziertere Lösung.

Gerade Zapfen machen viel aus. Unterschiedliche Größen sorgen dafür, dass der Kranz nicht zu gleichmäßig wird. Dazwischen passen Eicheln, Bucheckern, Nüsse oder getrocknete Samenstände. Für Rot und Orange muss man nicht in die Dekokiste greifen: Hagebutten, Vogelbeeren, Physalis und Herbstlaub bringen die Farbe gleich mit.

Dabei muss ein Kranz nicht zwingend an der Tür hängen. Ein flacher Kranz aus Zapfen, Eicheln und Hagebutten funktioniert auch als Tischdekoration. In die Mitte ein schlichtes Glas mit einer Kerze stellen, und aus dem Türkranz wird ein herbstliches Windlicht. Wichtig ist dabei nur, dass Flamme, Glas und trockenes Pflanzenmaterial ausreichend Abstand voneinander haben. Das Glas sollte höher sein als die Flamme und sicher in der Mitte stehen.

Vom Herbst langsam Richtung Winter

Das Schöne am Kranz ist, dass er mit der Jahreszeit mitgehen kann. Im Oktober dürfen Kürbisse, orangefarbene Blätter und Physalis noch einmal alles geben. Später werden die Farben ruhiger. Immergrüne Zweige kommen dazu, Zapfen übernehmen mehr Fläche, Nüsse und getrocknete Gräser ersetzen frisches Laub.

Ein Kranz aus Tannengrün und großen Kiefernzapfen braucht beispielsweise kaum noch etwas anderes. Zwei oder drei kleine rote Akzente reichen. Ein anderer verträgt Nüsse, trockene Samenstände und feine Zweige. Die Fotos zeigen schön, wie unterschiedlich dieselbe Grundidee wirken kann: mal dicht und opulent, mal reduziert, mal wild und fast so, als hätte man ein Stück Waldrand zusammengerollt.

Wer länger Freude am Kranz haben möchte, sollte frisches Material sparsam einsetzen. Herbstblätter verändern beim Trocknen ihre Farbe und werden spröde, Beeren schrumpfen, kleine Kürbisse halten nicht ewig. Zapfen, Nüsse, Zweige und getrocknete Fruchtstände dagegen bleiben lange schön. Genau diese Veränderung darf man einem Herbstkranz aber auch ansehen. Er muss Ende November nicht mehr genauso aussehen wie Anfang Oktober.

Und irgendwann liegt dann vielleicht schon das erste Tannengrün auf dem Tisch. Daneben stehen vier Kerzen.

Aber so weit sind wir noch nicht.

Bis dahin darf der Kranz einfach Kranz sein. Ohne vier Sonntage, ohne Countdown und ohne die Frage, ob man die Kerzen dieses Jahr in einer Reihe oder doch wieder klassisch anordnet.

Der Advent bekommt seinen Kranz noch früh genug.

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