Eaudecollage bringt Glitzer, Glanz & gute Laune

Alles neu macht der M…, nein, dieses Mal nicht, sondern Finna von Eaudecollage. We present! Unseren kreativen Blogstar des Wonnemonats Mai:

Wer bist du denn? Finna
Wo kommst du her? Köln
Was machst du beruflich? Illustratorin & Grafikdesignerin
Wo bloggst du? http://www.blog.eaudecollage.de
Seit wann und worüber bloggst du? Juni 2016, über DIY und Interior
Was ist dein Lieblingsmaterial? Papier
Was inspiriert dich? alles und nichts
Auf welches vergangene Projekt bist du stolz? Die Glitter Boots: Müll vermieden, Lieblingsschuhe gerettet und in der ganzen Wohnung Glitzer verstreut. Besser geht´s nicht!

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Hej Finna. Was verbirgt sich hinter Eaudecollage?

Ich bin fasziniert von Mustern, Oberflächen und Strukturen und als echt kölsches Mädchen neige ich natürlich zum Lokalpatriotismus – die Anspielung auf unser berühmtes Duftwasser musste also einfach sein.
Die Origami-Taube in meinem Logo steht übrigens für die Arbeit mit Papier, die Übermittlung von Botschaften und die Freiheit der Gedanken.

Du arbeitest als freie Illustratorin. Was war die Initialzündung?

Die legendären Bilderbücher von Eric Carle haben mein Interesse an Illustration
– speziell an Collagen – auf jeden Fall schon ganz früh geweckt … sehr viel später habe ich dann Visuelle Kommunikation an der Akademie für Bildende Künste Maastricht studiert. Nach dem Studium hatte ich zeitweise in Agenturen und Designbüros gearbeitet und mich dann 2006 mehr oder weniger spontan selbständig gemacht, was überraschend schnell ging. Im Nachhinein klingt das alles sehr einfach, was es natürlich nicht war. Aber der Moment, als ich in meinem Stammkiosk zum ersten Mal etwas von mir, in einem echten Magazin, entdeckt habe, war absolut unbezahlbar … leider verliert sich dieses Gefühl mit der Zeit und in jedem Job schleicht sich irgendwann Routine ein.

Ja, das kennen wahrscheinlich die meisten. Wie bist du der Alltags-Falle entkommen?

Um dieser Falle zu entkommen, habe ich 2013 neben den laufenden Aufträgen für Magazine und Zeitungen etwas Neues angefangen und meine eigene nachhaltige Notizbuch-Linie eaudecollage > papeterie (http://www.eaudecollage-papeterie.de) entworfen und drucken lassen. Als total schreibwarenverrückter Listenfreak nutze ich natürlich jede freie Minute, um neue Produkte zu gestalten. Man kann seine Gedanken und Erinnerungen nicht schöner festhalten als mit der eigenen Handschrift in einem schicken Notizbuch … Festplattencrash ausgeschlossen!

Viele Blogger nutzten ihren Blog als ein kreatives Ventil. Du hast einen sehr kreativen Beruf –
Warum bloggst du?

Mein Leben findet leider inzwischen größtenteils vor Bildschirmen statt – deswegen ist es umso schöner, ab und zu auch mal wieder die Hände zu benutzen. Jede Minute, die man nicht vor einem Bildschirm verbringt, ist eine gute Minute! Außerdem ist mein Blog für mich wie ein Tagebuch für Projekte, genau wie mein Instagram-Account (http://www.instagram.com/eaudecollage). Und es macht mir unglaublich viel Spaß, anderen zu zeigen, dass Basteln nicht nur für Kinder ist und dass schöner Wohnen nicht unbedingt etwas mit Geld zu tun hat: Man kann sogar mit Mini-Budgets unter 10 Euro wahre Interior-Wunder vollbringen.
Trotz der vielen Jahre Erfahrung in meinem Job hätte ich es vorher nicht für möglich gehalten, dass so ein DIY-Blogpost gut und gerne 2 Tage in Anspruch nehmen kann: Man braucht eine Idee und ein Konzept, dann muss das Material besorgt werden, natürlich muss man das DIY selbst durchführen und fotografieren, die Bilder bearbeiten, Texte schreiben, alles in WordPress zusammenbauen, die Inhalte noch mal für diverse Social Media aufbereiten und, und, und.

Als Selbstständige kannst du von überall auf der Welt arbeiten. Genießt du es, zu Hause in Köln deine Zelte aufgeschlagen zu haben? Oder überlegst du hin und wieder, kurzerhand dein Office in eine sonnige Strandbar zu verlegen?

Durch meinen Onlineshop bin ich tatsächlich nicht komplett ungebunden, sondern muss mich immer in der Nähe einer Post aufhalten … aber ich bin jeden Tag unglaublich dankbar für die Freiheit, meinen Alltag komplett selbst organisieren zu können. Der Weg dahin war weit und der Preis dafür ist manchmal hoch, weil man eben für alles und jedes die Verantwortung trägt und kaum Aufgaben delegieren kann.
Zum Glück weiß ich meistens schon nach 2 Tagen Urlaub am Strand nichts mehr mit mir anzufangen und freue mich wieder auf meinen täglichen Wahnsinn. Ich wohne und arbeite ja mitten in Köln und kann mir trotz aller Nachteile (Krach! Dreck! Horrende Mieten! Schräge Leute!) auch immer noch keinen anderen Ort vorstellen als Bella Colonia, die nördlichste Stadt Italiens!

Wie sieht dein täglicher Wahnsinn aus?

Wenn man verschiedene Projekte parallel auf einem ähnlichen Stand halten muss, macht man es sich mit einer guten Struktur und bestimmten Ritualen sehr viel leichter. Ironischerweise ist es ja so, dass ich zwar alles gegeben habe, um freiberuflich und kreativ arbeiten zu können, aber letztendlich gut die Hälfte meiner Zeit mit BWL, Finanzen und Technikkrempel verbringe. Eins meiner Lieblingszitate stammt von Benjamin Franklin und lautet: „Wenn man es nicht schafft zu planen, plant man, es nicht zu schaffen.“ Deswegen laufen meine Arbeitstage immer sehr strukturiert ab. Falls doch mal an irgendeinem Tag für ein paar Stunden nichts zu tun sein sollte, geht garantiert der Drucker kaputt oder es kommt Überraschungspost vom Finanzamt. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass es genau darum geht: Niemals fertig werden, aber immer weitermachen.

Auf welche drei Dinge könntest du in deinem Leben nicht verzichten?

Liebe, Freiheit und koffeinhaltige Getränke!

Das klingt sehr entschieden. Wie würdest du deinen persönlichen Stil beschreiben?

Ich hatte schon alle Haarfarben des Regenbogens und früher gab es bei mir keine einzige Klamotte ohne Muster im Schrank. Letztendlich habe ich die einzige verbleibende Möglichkeit für mich entdeckt: Schwarz, die Rüstung der Erwachsenen, die Uniform der Unauffälligen.
Gerade durch die allgegenwärtige, krasse Selbstinszenierung unserer Zeit, in der jeder gefühlte 50 Selfies am Tag postet und alles mit allen teilt, empfinde ich Privatsphäre und Geheimnisse als absoluten Luxus. Deswegen gibt es von mir so gut wie keine Fotos im Netz – und so lange es möglich ist, wird das auch so bleiben. Diese Nicht-Inszenierung ist zwar auch eine Art der Inszenierung, aber das ist eine andere Geschichte.

Hast du ein Projekt, von dem du schon ewig träumst, es aber immer noch nicht umsetzten konntest?

Ich habe mir schon oft eine Villa vorgestellt, die von außen total unscheinbar ist, aber von innen mit lauter trashigen Themenzimmern ausgestattet – und zwar jedes in einem anderen Stil, mit einer anderen Farbe und einer anderen Funktion. Es gäbe dann zum Beispiel das waldgrüne Herrenzimmer, wo man die Bar leertrinkt, Karten kloppt und mit Spielzeuggewehren schießt. An den Wänden hängen natürlich fiese Geweihe und vor Betreten des Zimmers müssen sich alle Schnurrbärte ankleben.
Aber wer würde bloß in diesen ganzen Zimmern wohnen? Und wer soll das alles putzen? Man merkt schnell: diese Idee hält der Realität irgendwie nicht Stand. Aber falls irgendjemand mal so was planen sollte: Ich helfe gerne bei der Einrichtung.

Falls wir mal ein Handmade-Kultur-Hausprojekt starten sollten, bist du herzlich eingeladen mitzuwerkeln! Und vielen Dank, dass du uns mit in deinen Alltag genommen hast, es war schön mit dir!

Interview: Greta-Sophie
Bilder: Finna Leibenguth

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