Janne Hellmann – der Tausendsassa des Selbermachens

Janne und mich verbindet eine jahrelange Freundschaft. Obwohl wir uns noch nie persönlich begegnet sind, haben wir schon viele gemeinsame Projekte umgesetzt. Abgesehen davon hat Janne meiner Tochter eins der schönsten Geschenke gemacht: einen selbst geschnitzten Harry-Potter-Zauberstab mit einer von ihm verfassten Zauber-Geschichte. Es ist Zeit, dass ihr diesen wunderbaren Menschen auch endlich kennenlernt!

Dörte von Handmade: Erzähl uns kurz etwas über dich: wo lebst du? Was machst du beruflich? Hast du Familie?

Janne: Ich bin Janne, 77er Baujahr und lebe mitten im wunderschönen Detmold, zusammen mit meiner bewundernswerten Frau und unseren 3 quirligen, wundervollen Jungs. Bei uns ist es bunt, fröhlich, laut und niemals langweilig. Wir sind immer füreinander da, versuchen uns weiterzuentwickeln, in unserer Persönlichkeit, unseren Ansichten und sind immer bereit, neue Wege zu gehen.

Guten Tag! Wir sind die Hellmanns. (Janne mit seiner Frau und seinen drei Söhnen.)

Den meisten Raum nimmt der Veganismus und das Kochen bei uns ein. Beides hat unser Leben in eine ganz andere Richtung gebracht und bestimmt maßgeblich unsere Zukunft. Beruflich arbeite ich in einer Tischlerei in der Planung. Hier darf ich mich kreativ austoben und die verschiedensten Dinge planen und entwerfen. Das kann alles Mögliche sein, von Möbeln über Bars, Resaurants, Gastronomien, Hotelzimmern, Küchen und vieles vieles mehr. Dabei erstelle ich oft fotorealistische 3D-Visualisierungen und hab das große Glück, dass wir auch modernste CNC-Technik einsetzen. Letztere nutze ich auch immer wieder für meine Basteleien.

Traumlandschaft für den Nachwuchs.

Dörte von Handmade: Janne, du bist ein Tausendsassa des Selbermachens. Wie kam es dazu?

Janne: Dankeschön für das Kompliment! Wie kam es dazu? Es war eine dieser denkwürdigen Nächte, damals vor 42 Jahren. Draußen herrschte eine fast mystische Stille. Es war nur der Regen zu hören, der leise und unablässig gegen die Scheiben prasselte, als ich so eine Vorahnung hatte und plötzlich … Nee, quaaaatsch!
Ich habe schon als Kind gerne gebastelt, alte Radios zerlegt, kleine Elektronikschaltungen zusammengelötet und einfach gerne etwas mit meinen Händen gemacht. Als ich dann später meine Tischlerlehre gemacht habe, hat das natürlich völlig neue Möglichkeiten aufgeworfen. Und so hat sich das irgendwie immer weiter gesteigert.
Je älter ich wurde, um so mehr Möglichkeiten, was Werkzeuge und dergleichen angeht, hatte ich; und dementsprechend konnte ich auch immer wieder neue Dinge ausprobieren. Vielen Dinge und Fähigkeiten habe ich meist aus einer Notwendigkeit heraus erlernt oder entwickelt, einfach weil ich ein bestimmtes Ziel vor Augen hatte.

Janne schnitzt nicht nur Zauberstäbe. Aber alles mit einer Liebe zum Detail.

Dörte von Handmade: Du bist Möbelbauer, veggie Koch, Motivdesigner und noch vieles mehr. Doch wenn du dich für eine Sache entscheiden müsstest, welche Leidenschaft/welches Talent würdest du nie hergeben?

Janne: Geile Frage. Sehr schwer zu sagen, denn ich liebe jeden dieser Teile an mir und bin dankbar, dass ich sie alle habe. Aber ich glaube, dann würde ich mich für den Autodidaktismus entscheiden. Denn das war schon von jeher so, wenn ich etwas bestimmtes können/machen wollte, dann habe ich es mir selber beigebracht.
Hmm, obwohl, da fällt mir gerade ein, nein, ich glaube, ich würde gerne meinen Hang zur Übertreibung behalten wollen. Der macht einfach am meisten Spaß. Denn daraus entstehen die tollsten Spinnereien. Ich denke groß und ohne jeden Maßstab. Aus dem Grund habe ich auch keine Angst vor neuen Dingen oder Dingen, die ich noch nicht kann. Und alle Fähigkeiten, die ich dann zum Erreichen meines Zieles brauche, erlerne ich einfach. Natürlich klappt nicht immer alles auf Anhieb, aber mich treibt ja niemand.

Dörte von Handmade: Welche DIY-Technik beherrscht du noch nicht und würdest du gerne erlernen?

Janne: Uhhh, definitiv Töpfern! Das find ich einfach sexy. Ich hätte so richtig Bock auf dieses Rumgeschmiere und Rumgesaue. Und in meiner Vorstellung kommt am Ende eine perfekte kleine Teekanne heraus, die so schön ist, dass die Welt den Atem anhält. Oooder alternativ eine richtig schöne urbane Schale, oder eine Matchaschale für meine Frau.

Dörte von Handmade: An welchem DIY-Projekt arbeitest du gerade und welche Idee willst du unbedingt noch in deinem Leben umsetzen?

Janne: Aktuell arbeite ich gerade an meinem ersten Kinderbuch. Ich wollte schon immer mal Aquarell ausprobieren. Also habe ich das mal völlig unvoreingenommen getan und habe ohne Ziel und Plan einfach mal drauf los gezeichnet, einfach um irgendwas zu haben, das ich mit Aquarell ausmalen konnte. Tja – und irgendwie ist dabei, ganz ungeplant, das Cover für mein erstes Kinderbuch raus gekommen. Da ich sowieso einen leichten Hang zur Vielschreiberei und Blumigkeit habe und es liebe, mit Worten Bilder entstehen zu lassen, passt das gut zusammen.

Wenn dieses Buch draußen ist, geben wir euch Bescheid. Es wird der Knaller, so viel ist schon mal sicher!

Oh, und ich will noch unbedingt ein veganes Kochbuch zusammen mit meiner Frau rausbringen. Dann will ich noch ein Hochbett für uns bauen, eine neue Gardrobe, ein kleines, sehr spannendes, Projekt über das ich noch nicht sprechen kann, weiles eine Überraschung für meine Frau ist. Und dann stehen noch einige Video-Projekte an.
Ach und die Weltherrschaft reiße ich dann auch noch irgendwann an mich – und dann machen wir es uns Menschen mit all
den Tieren auf der Erde nett und würdigen unseren Heimatplaneten endlich auf eine Weise, die er verdient hat.

Dörte von Handmade: Hier ist Platz für Dinge, die die du deinen Lesern noch sagen möchtest:

Janne: Es muss nicht immer perfekt sein! Vor ca. 20 Jahren habe ich dieses kleine Metallschild auf einer Bastelmesse
entdeckt. Ich fand es umwerfend schön und wusste, dass ich daraus etwas ganz besonderes machen werde. Ich fand es so unheimlich schön, dass es nicht einfach nur für irgendetwas verbastelt werden durfte. Nein, es musste etwas unglaublich Besonderes sein, es musste perfekt sein.

„Es muss nicht immer perfekt sein!“

Aber jede Idee die ich im Laufe der Jahre hatte, war nicht perfekt genug, um diesem Stück Metall einen würdigen Platz zu geben. Es gab einfach nichts das perfekt genug war. Und jetzt besitze ich dieses kleine Metallschild nun schon ca. 20 Jahre lang, ohne etwas daraus gemacht zu haben.
Meinen Perfektionismus hingegen habe ich schon vor vielen vielen Jahren abgelegt, auch wenn es ein langer Weg dorthin war. Denn der Perfektionismus hat mir schon immer im Weg gestanden. Egal, was ich gemacht hatte, es blieb immer dieses leise Gefühl im Hintergrund, nicht gut genug zu sein. Nicht alles gegeben zu haben. Mich nicht genug bemüht zu haben. Aber das war einfach Quatsch.
Und es hat wirklich viele Jahre gebraucht, um das zu erkennen. Natürlich habe ich immer noch den Grundsatz: „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig“. Der Unterschied heute ist einfach nur, dass ich die Dinge, die ich tue, mit dem Herzen mache und auf mein Gefühl vertraue. Und wer weiß, vielleicht finde ich bald den richtigen Platz für dieses kleine Herz.

Emil, der Astronaut.

Unbedingt weiterlesen und inspirieren lassen auf:
https://www.instagram.com/blaubeerpfuetze/ und http://www.janne-hellmann.de

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