Kreatives Gestalten mit *Ton* für Kinder ab Vorschulalter


Krokodil / Drache aus Ton

Die mehr als 49 Schablonen-Tierformen aus dem Werkstatt – Atelier two lives Einklang in Hannover bewähren sich seit über 8 Jahren in der praktischen Arbeit mit Kindern der Altersgruppe 5 – 12 zu den unterschiedlichsten Anlässen: Als Kreativangebot bei Kindergeburtstagen und -festen, in der Kinder – AG, in (ergo)therapeutischen Anwendungen, in Vorschulgruppen und Grundschulklassen und nicht zuletzt auch bei der Schulung und Fortbildung von MultiplikatorInnen in (freizeit)pädagogischen Bereichen, die gestaltend mit dem Werkstoff *Ton* arbeiten.
Stellvertretend für unsere umfangreiche (Schablonen)-Tierwelt stellen wir hier nun das einfach herzustellende Krokodil / den Drachen für die Kleinen ab Vorschulalter vor.


Dieses Material benötigst du:
So macht man das:

1Vorbemerkung

Das vorgestellte Modell *Krokodil* / *Drache* basiert auf einem einfachen Schnittmuster im DIN A4-Format, das durch Wölben oder Knicken des Werkstoffes *Ton* von der 2-dimensionalen Fläche in eine plastische Form gebracht wird.
Diese einfach zu arbeitende Tierform des Krokodils / Drachens bietet immer ein Erfolgserlebnis für Kinder ab Vorschulalter.
Die Ausgestaltung des Grundschnittes, also die Differenzierung durch individuelle Gestaltung wie Gesichter, Strukturen, additives Ansetzen einzelner Körperteile, Farbgestaltung… und die fein-motorische Bearbeitung erfolgt altersgemäß und entwicklungsentsprechend.
Der Werkstoff *Ton* ist leicht und günstig zu bekommen; das empfohlene anschließende Brennen der gestalteten Objekte ist über Töpferwerkstätten (Lohnbrände), Kindergärten, Freizeitheime und Schulen, etc… auch leicht zu organisieren.

2Material :

x_p9 Als Material ist eine schamottierte Ton-Masse mittlerer Stärke zu empfehlen, die nicht zu „weich“ (frisch) ist. Für die abgebildete Tierform wurde eine weißbrennende Masse mit 20% Schamotteanteil der Korn- stärke 0,2 bis 0,5 mm gewählt. Die Menge des Materials richtet sich nach Anzahl der Mitmachenden. Ausgehend von jeweils einer Tonplatte im DIN A4 – Format, ergibt ein Tonhubel (1 Stange Ton = 10 kg) ca. 6 Platten, von denen allerdings nach Bau eines jeweiligen Tieres dann als Rest noch etwa das Doppelte an Material übrig bleibt und für weitere Arbeiten (nach luftdichter Aufbewahrung) Verwendung finden kann.
Als „Kleber“ für die Verbindung mehrerer Teile wird ein Tonschlicker (= Ton-Masse mit Wasser) zu einem pastosen Brei verdünnt, s. Abb. 1).

3Werkzeug:

x_p1 Für die folgende Anleitung wurde die Minimal – Ausstattung an Werkzeug gewählt, bzw. „alternatives“ Bearbeitungsmaterial, das sich in jedem Haushalt finden lässt, sodass keine speziellen Tonbearbeitungswerkzeuge notwendig sind (s. Abb. 2).
Das Holzbrett sollte saugfähig (also nicht beschichtet) sein, um während der Bearbeitung des feuchten Tons diesen ohne Probleme von der Platte wieder lösen zu können. Optimale Vorrausetzungen für das Arbeiten an der Tierform bietet die Verwendung einer Holzbrett - Unterlage im DIN A4 – Format / Kind. Alternativ lässt sich aber auch mit alten Baumwolltüchern oder Zeitungspapieren auf beschichteten Unterlagen arbeiten. Am feuchten Ton anhaftende Papierschnipsel müssen dabei nicht irritieren; sie werden zu späterer Zeit abgelöst, bzw. hinterlassen nach dem Brand keine Rückstände.
Für das Ausrollen des Tons sind als Arbeitshilfe 2 Holzleisten (nicht abgebildet) von mindestens 30 cm Länge und 1 cm Höhe zum gleichmäßigen Ausrollen des Tons hilfreich, aber nicht unbedingt erforderlich. Ein Holz-Eis-Stiel dient den jüngeren Kindern zum Ausschneiden, ein Teil eines ausgedienten Kugelschreibers zum Prägen / Stempeln der Augen, eine alte Gabel zum Anrauen der Klebekanten, evtl. eine Papprolle (nicht abgebildet, z. B. von Toilettenpapier, Küchenkrepp, o. ä.) als *Stütze* unter dem Bauch des geformten Tieres.

4Schablonenherstellung:

x_p2 Zunächst wird die Schablonenform aus Papier in benötigter Anzahl erstellt (Abb. 3).
Die Schablone kann unter bullebaer@web.de kostenfrei zum Selberausdrucken angefordert werden.

5Vorbereitung der Tonplatte:

x_p3 Anschließend wird der Ton für eine Fläche von ca. 20 x 30 cm und 1 cm Materialdicke aus- zurollende Ton mehrfach auf das Holzbrett „geschlagen“, um ihn zu verdichten und eventuelle Lufteinschlüsse, die das Objekt während des Brandes zum Platzen bringen könnten, zu vermeid-en. Ist der Ton durchgearbeitet, wird er nun mittels Handballen flach gedrückt, ohne die benötigte Materialdicke von 1 cm zu unterschreiten. Zuletzt wird der Ton mit Hilfe des Nudelholzes zu einer Platte im DIN A4 – Format ausgerollt, evtl. mit Hilfe von 2 vorhandenen, 1 cm dicken Holzleisten, die beidseitig von dem Ton als Maß für die Materialdicke dienen, indem die Rolle an beiden Enden jeweils auf den Leisten aufliegend über den Ton gerollt wird. Anschließend wird per Hand durch Streichen verdichtet, indem der Ton 4 x mit jeweiliger Drehung der Unterlage um 90° von oben bis zur Mitte gestrichen wird und anschließend, gewendet auf seine Rückseite, ebenso durch verdichtendes Streichen auf die gleiche Weise vorbereitet wird (Abb. 4).

6Ausschneiden der Tierform:

x_p4 Mit dem Messer (oder bei den Jüngsten mit dem Eis-Stiel) wird nun um die auf der Tonplatte liegenden Schablone herum geschnitten (Abb. 5); das ist etwa die größte Herausforderung für feinmotorisch nicht sehr geübte Kinder.

7Entfernung der Papierschablone:

x_p5 Die Papiervorlage wird entfernt (Abb. 6) und der übrige Ton unter Rückhaltung eines etwa 20 cm langen und 5 cm breiten Tonstücks unter luftdichtem Verschluss (Deckeleimer, Plastiktüte) gebracht.

8Versäubern der Tonform:

x_p6 Anschließend werden die Kanten der ausgeschnittenen Tierform geglättet, indem mit den Zeigefingern an den Seitenkanten entlanggefahren wird und anschließend die sich hochwölbenden Tonränder jeweils in Richtung Mitte verstrichen werden (Abb. 7).
Da diese Schablone eine Spiegelachse hat und mit dem *Motiv-Kopf* vor dem Kind liegen sollte, ist es eine Herausforderung an die Koordinationsfähigkeit und Feinmotorik des Kindes, beidhändig den Umrissen der Schablone zu folgen und so die Kanten zu glätten bis anschließend der hochgewölbte Ton-Grat einhändig zur Mitte verstrichen wird (Abb. 7).

9Rücken-Zacken:

x_p7 Aus dem aufbewahrten Ton-Rest wird nun frei Hand eine Zackenkante geschnitten und manuell genauso bearbeitet wie der Tierkörper zuvor, allerdings ohne die untere gerade Kante zu glätten (Abb. 8).

10Aufrauen der Verbindungsstellen:

x_p8 Auf der Mitte des Tierkörpers und auf der Unterseite des Zackenstreifens wird der Ton mit Hilfe der Gabel für eine anschließende Verklebung mit Tonschlicker aufgeraut, da sich 2 raue Flächen miteinander *verkrallen* können und so die Haftfähigkeit beider Teile begünstigen (Abb. 9).

11Verkleben:

x_p10 Anschließend wird die eine Seite der zu verbindenden Teile reichlich mit Tonschlicker bestrichen und dann mit etwas Druck auf die vorbereitete Klebefläche des Tierkörpers gesetzt und mit Hilfe des Eisstiels und der Zeigefingers durch Verstreichen befestigt. (Abb. 10)

12Verstreichen:

x_p11 (Abb. 11)

13Abschluss der 2-dimensionalen Arbeiten:

x_p12 (Abb. 12)

14Aufstellen des Krokodils / des Drachens:

x_p13 Endlich ist es soweit: Das Tier wird zur plastischen Form! Der Tierkörper wird von der Unterlage abgelöst (einfach mit den Händen an verschiedenen Stellen anheben, bis er sich vom Brett abziehen lässt) und an seiner Spiegelachse (in diesem Fall in Längsrichtung) gebogen, bis der optische Eindruck stimmt (Abb. 12). Um eigene Unsicherheiten, was die Stabilität betrifft, zu vermeiden, kann eine *Stütze* in Form einer Papprolle unter das Tier geschoben werden, bis die Form durch Trocknung (etwa ab einer Stunde) stabilisiert ist. Kopf und Schwanz können ebenso mit allen möglichen vorhandenen Hilfsmitteln auf die gewünschte Höhe angehoben werden. Das Maul sollte gegebenenfalls auch nachgebogen werden.

15Augen:

x_p14 2 kleine Tonkugeln für die Augen werden in einer Handfläche gedreht, auf der Unterlage etwa 0,5 cm platt gedrückt und zu *Augen* gestaltet (hier durch Prägen mit den beiden Seiten eines Kugelschreiberteils, Abb. 13)

16Fertigstellung:

x_p15 Bei dem Ansetzen der Augen wiederholt sich nun das Anritzen, Tonschlicker auftragen und das anschließende Befestigen wie bei der Zackenreihe auf dem Rücken des Tieres und es bleiben nur noch die abschließenden Feinarbeiten, wie das Verstreichen, Glätten, Nasenlöcher prägen und die *Zahnpflege* (Abb. 14).

17Bemalung:

Bemalung der Tonobjekte:
Bei einmaligen Veranstaltungen wie z. B. Kindergeburtstag, Aktionsangebote auf Kinderfesten, etc… ist eine Bemalung der gerade geformten Ton-Tiere mit keramischen Farben schwierig bis undurchführbar. In diesem Fall gibt es die Alternativen…
…die Form aus rotbrennender Ton-Masse herzustellen und nicht zu bemalen…
…die Form aus Ton herzustellen und nach einer Trocknungs- und Brennzeit anschließend mit Farben eigener Wahl zu Hause (z. B. mit Tusche, Abtön-, oder anderen Wasserfarben) den gebrannten Rohling zu bemalen. In diesem Fall wäre ein weißbrennender Ton die bessere Wahl für die Herstellung der Tierform…

Werden Tierformen innerhalb eines mehrfach stattfindenden Unterrichts- oder Freizeitangebotes mit einer entsprechenden Werkstatt-Ausstattung (Keramik-Material) hergestellt, können die Tonobjekte an einem Folgetermin auch keramisch farbig gestaltet werden. Wir empfehlen für Kinder vom Vorschulalter bis Ende der Grundschulzeit Engoben (Tonschlickerfarben = mit Farbkörpern eingefärbter flüssiger Ton), die in ihrer Anwendung unproblematischer und mit nicht so gesundheitsbelastenden Rohstoffen wie viele Glasuren ausgestattet sind. Als besonders schön erweisen sich dabei die sogenannten Sinterglasuren, die bei einer bestimmten Brenntemperaturhöhe *verglasen* und nach dem Brand einen glasurähnlichen Effekt aufweisen.
Da Engoben überwiegend auf ungebranntem Ton aufgebracht werden, können die Objekte im Anschluss an das Formen auch während eines Kindergeburtstages bemalt werden. Die zu diesem Zeitpunkt noch sehr frischen Tonobjekte nehmen die Farbaufträge allerdings nicht ganz so gut an wie bereits vorgebrannte Objekte.

18Brände:

Der Rohbrand ist bei 900° C zu empfehlen; der zweite Brand, kann unter Berücksichtigung der Maximaltemperatur für die Ton-Masse und der zu verwendenden (Sinter)Engoben / Glasuren sowie den Möglichkeiten vor Ort (max. Brenntemperaturhöhe des Ofens) frei gewählt werden.

2 Antworten auf Kreatives Gestalten mit *Ton* für Kinder ab Vorschulalter

  1. Inzwischen gibt es unsere Anleitungen als Themensammlung und auch einzeln in E-book – Ausführung im dawanda shop:

    http://de.dawanda.com/shop/twolives


  2. suuper! DAS gefällt mir! Toller Erfolg für Kinder und sieht supersüß aus! Gibts noch mehr solcher Vorlagen, bzw. wo kann ich solche finden?

    Unsere Tierformen – Vorlagen bieten wir gebündelt als Lose-Blatt-Sammlung zu jeweils 8 verschiedenen Tieren in unseren twolives – shops auf dawanda.com und vondir.de an…


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