Gepäckträger XXL


Lastenfahrräder erobern allerorts die Städte! Jakov präsentiert uns heute seine Vorstellung vom Transport auf Rädern: improvisiert, günstig, praktisch und ganz ohne Schweißen!

Fotos: Dirk Dunkelberg, Anleitung: Jakov Rohlfing



Dieses Material benötigst du:
  • 2 Gewindestangen (1 m lang Gr. M 10),
  • 2x26-Zoll-Fahrradreifen,
  • 30 Muttern (Gr. M10),
  • 4 Schlauchschellen,
  • 5 mm stark),
  • 6 Vierkantrohre (ca. 90 cm lang),
  • Einkaufswagen (vom Schrotthändler),
  • Fahrrad mit Gangschaltung (vom Trödler),
  • Metallplatte (Gr. 15x25 cm

Diese Werkzeuge brauchst du:
  • Bohrmaschine (Staubmaske und Schutzbrille),
  • Flex,
  • Metallbohrer (Ø 10 mm),
  • Schraubenschlüssel,
  • Schraubenzieher,
  • Schraubzwinge
So macht man das:

1A. BAU DER UNTERKONSTRUKTION

2Runter damit!

Muss nicht, kann aber: Sollten die Vierkantrohre lackiert sein, könnt ihr sie ganz "einfach" mit einer Flex + Schruppscheibe abschleifen. Dafür solltet ihr die Rohre mit einer Schraubzwinge irgendwo befestigen, das vereinfacht die Arbeit erheblich. Bei der Schleifarbeit empfehle ich eine Staubmaske! Schutzbrille versteht sich von selbst.

3Der Rahmen

Jetzt müsst ihr die Vierkantrohre so zuschneiden, dass der Rahmen, der nun entstehen soll, unter den Einkaufswagen passt.

4Der Rahmen

Auch die Räder dürfen später nicht schleifen! Messt die Breite der 26-Zoll-Räder aus und rechnet das Maß mit ein.

5Verbindungsstücke

Damit ihr die Vierkantrohre verbinden könnt, werden nun mit der Flex acht rohrbreite Rechtecke aus der 5-mm-Metallplatte geschnitten. (Dafür müsst ihr die Schneidescheibe auf die Flex setzen!) Bohrt zwei Löcher in die Metallplatte.

6Vierkantrohre

Die in Schritt 3 angefertigten Verbindungsstücke als Schablone verwenden und auf die zu verbindenden Stellen auf die Vierkantrohre (5.1) legen. Löcher anzeichnen und Vierkantrohre bohren.

7Kurze Bolzen

Nun teilt ihr die Gewindestange in 24 kurze Teile. Hierfür verwendet ihr wieder die Flex mit Schneidescheibe. Wichtig: Dreht vorher unbedingt eine Mutter auf das Teil, das ihr kürzen wollt, denn später bekommt man die Mutter nur noch schwer drauf.

8Kurze Bolzen

Die kurzen Gewindestangen dienen als Bolzen. Sie verbinden Verbindungsstücke mit Vierkantrohren.

9Kurze Bolzen

Die Länge der Bolzen könnt ihr so errechnen: Vierkantrohrdicke + 5 mm Verbindungsplatte + 2 x Mutternbreite + ein bisschen mehr zur Sicherheit.

10Metallplatte

Mit der Flex (Schneidescheibe) werden jetzt aus dem Rest der Metallplatte 4 Rechtecke (3x6 cm) ausgeschnitten. Diese auf der einen Seite und mittig mit einem breiten Schlitz versehen, sodass die Aufhängung der 26-Zoll-Reifen hineinpasst. Auf der gegenüberliegenden Seite ein Loch bohren und mittig im Rahmen einbauen. Gleiches Prinzip wie die Verbindungsstücke. Anschließend die Reifen einsetzen.

11Unterkonstruktion

Das ist die Unterkonstruktion, wenn sie fertig ist.

12Rostschutz

Wenn man die Farbe vom Stahlrohr entfernt hat (s. o.), muss der Rahmen gestrichen werden, so kann er später nicht rosten.

13B. UNTERKONSTRUKTION UNTER DEN EINKAUFSWAGEN

14Wagen auf Rahmen

Bei diesem Schritt ist es wichtig zu schauen, was sich eignen könnte, um den Einkaufswagen mit der Unterkonstruktion zu verbinden. Ich habe vorne am Einkaufswagen eine Querstange gefunden, an der ich den Rahmen mit Schlauchschellen befestigen konnte.

15Wagen auf Rahmen

Im hinteren Bereich gab es eine Aufhängung von einem ausklappbaren Wasserkistenträger.

16Wagen auf Rahmen

Hier kamen wieder meine Verbindungsstücke zum Einsatz.

17Wagen auf Rahmen

Das wird von Modell zu Modell verschieden sein; schaut also, was funktionieren könnte.

18C. EINKAUFSWAGEN AN FAHRRAD

19Vorderrad raus

Zunächst müsst ihr das Vorderrad des Fahrrads ausbauen.

20Fahrrad an Wagen

Auch hier ist wieder Kreativität gefragt! Ihr müsst gucken, was sich sowohl am Fahrradrahmen als auch am Einkaufswagen eignen könnte, um beides miteinander zu verbinden. Wichtig ist, dass die Fahrradgabel senkrecht verläuft, damit das Fahrgefühl später stimmt.

21Der Macher

Jakov Rohlfing ist zwischen Elbe und Jetzel aufgewachsen, im Wendland also. Er nennt das: Grün satt! Seit einem Jahr macht der 23-Jährige eine Ausbildung zum Zimmerer in Berlin. Mit Holz hatte er schon seit seiner Kindheit zu tun, im Werkkeller der Eltern. "Oft wusste ich vorher nicht, was es werden sollte. Wenn es fertig war, habe ich es 'Kunst' genannt." Heute steht Jakov auch auf andere Materialien; am meisten reizt ihn, aus alten Sachen etwas Neues Anderes zu machen: "Ich überlege mir einen völlig neuen Verwendungszweck. Oft spielt auch noch das 'Habenwollen, aber nicht wie die Anderen' mit hinein." So kam es auch zum Lastenfahrrad. Mit ihm ist Jakov seit ein paar Wochen in Mitte unterwegs. Für viele eine Attraktion auf Rädern und für Jakov ein umweltfreundliches Transportmittel, z.B. für die Koffer seiner Freundin.





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