Möbel aus Pappe – Upcycling-Projekte

Möbel aus Pappe - Upcycling-Projekte

In Frankreich schon ein größerer Trend, bei uns noch relativ unbekannt. Pappmöbel sind ein klassisches Upcycling-Projekt und können faszinierend sein. Sie sind leicht und super stabil. Es sind sogar Sitze, Sofas, Hocker usw. möglich. Einziger Nachteil: Nicht dauerhaft für draußen und Feuchträume geeignet. Ganz toll aber für Kinderzimmer! Mit Pappmöbeln lassen sich lustige organische Formen superleicht verwirklichen, die aus anderen Materialien nur mit extrem hohen Aufwand zu erreichen wären. Falls ihr Feuer gefangen habt: Gebt mal „meubles en carton“ in eine Suchmaschine ein und schaut euch die tollen Fotos aus Frankreich an. Schaut euch in Containern von Supermärkten oder Technikmärkten um. Je größer die Flächen desto besser.



Dieses Material benötigst du:
  • Farbe,
  • Pappe/Kartons (möglichst große)

Diese Werkzeuge brauchst du:
  • Cutter,
  • Heißklebepistole,
  • Lineal,
  • Metallwinkel,
  • Stichsäge
So macht man das:

1Das Innenleben - sieht das nicht toll aus?

Mindestens fünf Pappen werden aufeinandergelegt und mit Kreppband an den Kanten fest zusammengeklebt. Achtung: Die Wellen der Pappen müssen senkrecht laufen! Bei waagerechten Wellen ist das Material zu schwach. Je mehr Wellenschichten, desto stabiler das Projekt. Dann wird der Umriss des Möbels angezeichnet und ausgesägt. Anschließend werden die Schichten von einander gelöst und durchnummeriert (1-5). 1 ist die Vorderseite, 5 die Rückwand. 5 bleibt ganz. In 1-4 werden je nach Projekt evtl. noch weitere Ausschnitte für Böden usw. eingesägt (Dazu die Kreppstreifen wieder befestigen, diesmal aber nur über den Pappstapel 1-4). Nach diesem Aussägen wird auch Pappe Nr. 1 weggelegt.
2-4 werden nun mit Schlitzen im rechten Winkel versehen. Die Schlitze sind so breit, wie die Pappen dick sind. Bis alle Schlitze geschnitten sind, kann es ein bisschen dauern...Arbeitet mit einem großen Geodreieck, einem spitzen Bleistift und einem scharfen Cutter. Bei mehr Erfahrung können mehrere Pappen übereinander geschlitzt werden. Dann fertigt ihr schmale Pappstreifen, die ebenfalls geschlitzt werden. Ihr müsst hier einmal eine Art Schablone für die richtigen Abstände anfertigen und ein bisschen rechnen (bei drei Schichten wäre das: Vorderseite-Abstand-Schlitz-Abstand-Schlitz-Abstand-Schlitz-Abstand-Rückwand). Die Länge der Pappstreifen ergibt die TIEFE eures Möbels! Deshalb ist dieses Rechnerei notwendig. Meistens wird am Anfang das Möbel etwas zu tief bzw. zu "wuchtig". Deshalb an dieser Stelle gut nachdenken!
Anschließend die geschlitzten Pappstreifen in die Schlitze der drei Schichten einstecken. Erstaunlich, dass bereits nach ganz wenigen Streifen eine enorme Stabilität entsteht.
Ist alles verstrebt, werden Vorderseite und Rückwand aufgeklebt oder -geleimt und evtl. die Böden ausgemessen, zugeschnitten und eingelegt. Anschließend alles sauber mit dünner Pappe verkleiden. Falls die Pappe zu starr ist, könnt ihr sie über eine Kante ziehen und dadurch schwächen. Sie passt sich dann leichter den Rundungen an. Die Kanten werden nun hübsch gemacht durch das Aufleimen von dünnen (!) Papierstreifen. Dieses reißt man am besten, dann gibt es keine harten Übergänge. Zum Schluss alles streichen (evtl.vorher grundieren) oder bekleben.

2Das Ganze mal liegend

Sieht aus wie ein architektonisches Modell einer Garage,oder?

3Ein weiteres Möbel

Ein Beistelltisch für ein Jugendzimmer, fröhlich lackiert und mit Comics beklebt (relativ viel Arbeit!). Oben eine Buchstütze unten ein großes Fach





Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.