Bonnies Kleid

Bonnies Kleid

Mal ehrlich: Jersey ist ein tolles Nähmaterial – aber leider verdammt teuer! Auf lange Sicht verleitet das zu Bonnie & Clyde’schen krummen Touren…eine davon: Zwei Männer-T-shirts in ein kleines Schwarzes verwandeln. Einfach mal in Clydes Schrank nach ausrangierten T-Shirts stöbern … oder – falls ihr ihn noch für weitere Coups braucht (wenn ihr Clydes Lieblingsshirts zerschnipselt, könnte das ein jähes Ende für die Zusammenarbeit bedeuten…) – doch lieber in der Männerabteilung einkaufen gehen!



Dieses Material benötigst du:
  • Bügelvlies,
  • Nähseide,
  • Zwei Männer-T-Shirts (ich habe Größe M verwendet)

Diese Werkzeuge brauchst du:
  • Bügeleisen,
  • Nähmaschine,
  • Schere,
  • Schneiderkreide,
  • Stecknadeln
So macht man das:

1Oberteil

Als erstes schneidert ihr euch das Oberteil des Kleides auf den Leib (siehe Bild) - nehmt dazu ein Shirt zu Hilfe, das euch gut passt und die Form eures zukünftigen Kleid-Oberteils hat. Dreht das Tshirt auf Links und malt um die Konturen des Muster-Shirts herum; danach macht ihr entlang dieser Linien Nähte mit der Nähmaschine (unten wird das Shirt natürlich nicht zugenäht, sondern einfach nur abgeschnitten ;-) ). Die überschüssigen Stoffteile werden einfach weggeschnitten (und Jersey franst nicht aus, da spart ihr euch das Versäubern, whohoo!) - hebt den Stoff aber auf, den brauchen wir noch!

Zur Passform: Ich habe mein Shirt nicht zu eng und etwas länger zugeschnitten, weil ich es nicht ganz körpernah, sondern um die Bauchpartie etwas gerafft haben wollte (dann passt da auch noch ein Abendessen vor dem großen Coup rein ;-) ), wenn ihr das nicht wollt, näht es einfach enger und macht es unten ein wenig kürzer, sodass der Rock später etwas höher angesetzt werden kann.

Natürlich könnt ihr für das Oberteil auch gleich ein T-Shirt in eurer Größe kaufen, mir war es aber wichtig, dass Ober- und Unterteil die gleiche Farbe haben und aus dem gleichen Stoff sind, deswegen also zwei gleiche Männer-Shirts.

2Rock

Nehmt nun das zweite T-Shirt zur Hand und dreht es ebenfalls auf Links. Zugeschnitten bzw. genäht wird es, wie auf dem Bild dargestellt: Die Ärmel werden wie Beutel zugenäht (die werden später als Taschen nach innen gestülpt - Trick 17!); das Loch um den T-Shirt-Kragen vergrößert ihr so, dass ihr mit der Hüfte durchpasst. Um die Rockform zu erhalten, näht ihr einfach auf beiden Seiten von der Achselhöhle bis zum unteren Rand des T-Shirts eine leicht schräge Linie. Mein Rock geht bis reicht ca. bis zur Mitte des Schienbeins, ihr könnt ihn natürlich auch kürzer machen.

3Zusammenfügen von Oberteil und Unterteil

Um meinem Kleid die oben leicht bauschige Form zu geben, habe ich zwischen Ober- und Unterteil ein engeren Hüftabschnitt eingefügt - dazu brauchen wir den Jerseystreifen, den wir beim Zuschneiden des Oberteils an der Unterseite entfernt und zur Seite gelegt haben. Dreht den Jerseyschlauch auf Links und macht an einer Seite eine senkrechte Naht, sodass der Schlauch, wenn ihr ihn wie einen Gürtel überzieht, gut auf der Hüfte sitzt. Diesen Schlauch legt ihr nun mit der rechten Seite nach außen in den Längsbruch und bügelt ihn ihn flach.

Beginnt beim Annähen des Hüftteils mit dem Rock: Der Rock ist auf Links gedreht, das Jerseybündchen auf Rechts. Legt das Bündchen auf die Innenseite des Rocks, die offenen Seiten weisen nach oben (am Bund des Rocks habt könnt ihr nun drei Schichten Stoff zählen). Damit beim Nähen nichts verrutscht, steckt ihr die Stoffteile mit Stecknadeln fest, beginnt damit am besten bei der Seitennaht.

Wenn ihr mit dem Rock fertig seid, dreht ihr ihn auf Rechts; das Oberteil dreht ihr auf Links. Stopft den Rock in das Oberteil und fügt die freie Seite des Hüftbündchens an die Unterseite des Oberteils. Wieder mit Stecknadeln feststecken und einmal rundherum nähen.

Das hab ich wahrscheinlich sehr ungeschickt und kompliziert erklärt, leider hab ich vergessen, davon Bilder zu machen...falls jemand eine besser Anleitung für diesen Nähschritt hat, bitte kommentieren.

4Kragen

Wenn ihr mit einem Rundhalskragen zufrieden seid, könnt ihr den natürlich auch so lassen, das kommt natürlich auch auf die Form an, die ihr eurem Kleid sonst gegeben habt. Ich fand den runden Halsausschnitt in meinem Fall nicht so passend, hatte aber nicht mehr genug Stoff für ein Halsbündchen übrig (könnt ihr übrigens genauso anbringen wie das Hüftbündchen). Was also tun? Während ewigem Herumgezupfe vor dem Spiegel (meine Nachbarn müssen mich für bodenlos eitel halten...) ist mir folgendes eingefallen:

Näht in der Mitte des Kleides im Brustbereich ein Knopfloch, je weiter ihr dabei Richtung Bund geht, umso tiefer wird euer Ausschnitt. Damit der Jersey sich dabei nicht verzieht, bügelt vorher ein Stück Bügelvlies auf die Knopflochstelle an der Innenseite des Kleides. Dann näht ihr euch aus einem Stoffrest ein ca. 15cm langes Band (Stoffstreifen einfach längs rechts auf rechts falten, an einer Breit- und einer Längsseite zunähen, auf Rechts drehen und die letzte Breitseite mit der Hand zunähen). Dieses näht ihr in seiner Mitte auf der Außenseite des Kleids etwa zwei Zentimeter unterhalb des Knopfloches fest. Fädelt den oberen Teil des Bandes durch das Knopfloch nach innen, holt es durch den Kragen des Oberteils wieder an die Vorderseite und verknotet es mit der anderen Hälfte des Bandes. Voilà!

5Anziehen und mit Stolz geschwellter Brust vor dem Spiegel stehen...

...oder vor Clyde. Er wird begeistert sein! ;-)

6In English, please!

Top:
At first, you need to reduce the size of the first T-shirt to your actual one: Turn the shirt inside out, use tailor’s chalk to trace the silhouette onto the fabric (you may want to use a T-shirt that fits well as a pattern) and sew along the chalk line. Cut off the fabric at the edges, but keep the rests – we will use them again later.
As to the cut of the upper part of the dress, I didn’t want it to fit too tightly to create this kind of “gathered waistline”, so I cut the T-Shirt rather loose and also not too short at the bottom. If you want the dress to fit tightly, also make it shorter at the bottom, so that the skirt will actually start at your hips after being attached.
Note: If you don’t mind that the upper and lower part of your dress will have different colors or be of different kinds of fabric, you can also buy a T-Shirt that already fits and skip the first step.
Skirt:
Turn the second T-Shirt inside out and place stitches according to the drawing, also close the sleeves (the will be folded inside and be used as pockets of the skirt later). Use a pair of scissors to amplify the neckline so that you can slip inside the skirt. In order to get the slight A-line-cut, sew a slightly diagonal line from the axilla to the bottom of the T-shirt. My skirt reaches down approximately to the middle of the shinbone; of course, you can also make it shorter.
Attaching the top to the skirt:
My description of this step was already fairly complicated in German, I’m afraid, if I try to translate it into English myself, it will be of no use at all. To attach the top to the bottom, you actually add some kind of cuff between the two pieces, that is made from the piece of fabric you cut off the bottom of the first T-Shirt. To attach the cuff, the following pictures I just rapidly searched for via google might be helpful: http://sew-ing.com/make/polo.html (step 6)
Collar:
If you like the round collar of your dress, you can if course skip the last step. However, I felt that a round collar didn’t go well with the rest of the dress (especially the gathered waistline), but I didn’t have enough fabric left to create a turtle neck, for example.
Here is the solution I came up with: Make a button hole where the lowest point of the v-shaped bustline is supposed to be. Then attach a band of fabric (use the rests of the first T-shirt) in its middle approximately 2 cm below the button hole: thread one end of the band through the hole to the inner side of the shirt, lead it to the outside again through the collar and bring the two ends of the band together by making a knot. Voilà!





16 Kommentare
  1. Super Idee! Ich hab die Anleitung gestern gelesen und heute gleich zwei Shirts besorgt :) Ich hoffe ich krieg das auch so hin…

  2. hallo! welche größe trägst du denn?
    das kleid ist wunderbar, ich werde es dieses WoE endlich mal nachschneidern bzw es versuchen :)

    • Meistens 34 bzw. bei eher engen Oberteilen 36. Aber ich glaub ich hab auch 40 im Kleiderschrank…die Kleidergrößen im Geschäft sind ja sowieso alle relativ ;-)

  3. Supercooles Kleid!

    sabine henry (wertstoffe) 9. Juni 2012 um 18:45 Uhr
  4. Uiiihhh… das gefällt mir wirklich RICHTIG gut!
    Das versuche ich auch mal!
    Danke für´s teilen.

  5. das ist ja echt genial! Tolle Anleitung!
    Jetzt müsste nur meine Nähmaschine besser mit Jersey zurechtkommen und nicht so rumzicken…

  6. Der Kragen sieht zauberhaft aus!

  7. I wish the instruction to the blouse were in english

    • If only my English was better (or if only you had asked for the instructions in French ;-) )… If I find a time slot big enough in my tight schedule of the days ahead, I’m going to give that translation a try and post it on my blog.

    • Just added instructions in English – I’m afraid they are full of mistakes :-S If anything is completely inunderstandable, please feel free to ask!

    • ahh…it should be „incomprehensible“, of course…

  8. Das sieht super aus! Ich hoffe das kriege ich auch so hin..

  9. Genial! Tipp: Ich kaufe oft für MICH die Jungs-Tshirts in der Kinder-Abteilung von C+A, da sind immer wieder Aktionen „2für7Euro“. Die großen BUNTEN (!) passen auch Frauen mit Größe 40…… *g* Die Shirts für Mädchen sind – auch in großen Größen (176/182) ziemlich eng….

  10. whohoo! Das ist ja genial! Danke für diese tolle Anleitung!

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