Ratz-Fatz-Tascherl für Krimskrams nähen


Hier möchte ich euch gern zeigen, wie man ratzifatzi ein kleines Krimskrams-Tascherl zusammenschustern kann. Als ich (zur Zeit erkältet) meine Handtasche packte, weil der Gatte und ich noch weg mussten, fiel mir auf, dass der ganze mitgeschleppte Erkältungskram lose darin herumfliegen musste. Das kann man natürlich nicht auf sich sitzen lassen, wenn man nähen kann!

Also habe ich mich an die Nähmaschine begeben und dem Abhilfe geschaffen. Ist schließlich auch Erholung und gut für die Genesung, wenn man dem Lieblingshobby nachgeht. ;) Entstanden ist dabei aus dem Stück eines Hosenbeins einer alten Jeans* dieses neue kleine Täschlein, das ich liebevoll auf „Kletti“ getauft habe. Es ist fertig und unbefüllt etwa 15 cm x 10 cm groß und alles, was ihr auf dem Bild seht, hat wunderbar reingepasst. Die Taschentücher sogar eigentlich auch noch (für den Notfall).

Da der Klettverschluss über die ganze Tascherl-Breite geht, kann man es auch ordentlich vollstopfen und es lässt sich immer noch schön verschließen. Wenn die Erkältung dann vorbei ist, kann man es natürlich auch für allen anderen Krimskrams benutzen. Hoffentlich werde ich jetzt nie wieder meinen Lippenpflegestift in den Tiefen meiner Tasche suchen müssen! ;)

So ein Tascherl an sich ist durchaus anfängergeeignet. Falls meine Anleitung euch da Fragen aufwirft zögert nicht, mich in irgendeiner Form anzuschreiben!

Viel Spaß damit. :)

Ratz-Fatz-Tascherl: Kletti

*Was aus dem Rest der alten Jeans wird, werde ich euch hier natürlich auch noch zeigen, wenn es so weit ist.



Dieses Material benötigst du:
  • alte Jeans,
  • Baumwollstoff,
  • Bügelvlies (optional),
  • eventuell Webband,
  • Klettband

Diese Werkzeuge brauchst du:
  • Bügelbrett und Bügeleisen,
  • evlt. Rollschneider und Matte,
  • Nähmaschine,
  • Schere
So macht man das:

1Was ihr braucht:

1x Innenstoff 17 cm x 32 cm (1 cm Nahtzugabe enthalten)
1x Außenstoff 17 cm x 32 cm
Evtl. Vlies (bügeln oder kleben*) 17 cm x 32 cm
Klettband ca. 18-20 cm (ich nehm’s lieber immer etwas länger)
Evtl. Webband ca. 18-20 cm (ebenfalls lieber etwas länger)

Wenn ihr Vlies verwenden wollt (das Tascherl wird dann ein wenig stabiler) bügelt oder klebt ihr es zuerst auf den Innenstoff (Außenstoff ist eigentlich gängig, aber ich mag’s lieber auf dem Innenstoff, dann ist der äußere immer noch schön „fluffig“).

Legt Innen- und Außenstoff rechts auf rechts aufeinander und näht beide mit 1 cm Nahtzugabe an einer 17-cm-Seite zusammen. Achtet darauf, hier eine ordentliche Wendeöffnung zu lassen (ich würde ca. 7 cm empfehlen).
Danach markiert ihr euch am Rand von der Naht ausgehend den Abstand von 10 cm und 20 cm mit einem Strich oder besser mit kleinen Knipsen – hier wird später der Taschenkörper gefaltet. Nun bügelt ihr noch die Nahtzugaben auseinander und faltet euer Werk links auf links zusammen (rechte Seiten außen).


*Ich bin bei solchen kleineren Projekten dazu übergegangen selbstklebendes Stickvlies zu verwenden. Bügelvlies und ich stehen immer irgendwie auf dem Kriegsfuß…

2Webband und/oder Klett aufnähen

Jetzt könnt ihr das Webband und den Klettverschluss anpassen. Ich wollte mein Webband auf dem Deckel haben. Dazu faltet das Tascherl so, wie es später in fertig auch aussehen würde: Der erste Knick zum Innenstoff wird bei der 10 cm Markierung gemacht – so entsteht der Taschenkörper. Den Deckel knickt ihr bei der 20 cm Markierung um. Die schon genähte Kante liegt also innen und die noch unvernähte Seite ist der Deckel. Platziert das Webband da, wo ihr es gerne hättet und steckt es ein wenig fest.

Beim Anpassen des Klettbandes bedenkt, dass ihr den Deckel noch mit 1 cm Nahtzugabe zunähen werdet. Ich habe mich dazu entschieden, das Klettband am Deckel mit 3 cm Abstand zum Stoffende festzunähen; es bleiben also etwa 2 cm zum aufmachen und das reicht sehr gut.
Wenn ihr das Klettband am Deckel festgesteckt habt schließt das Tascherl und markiert euch mit einem Lineal oder der Spitze eines Stiftes, wo ihr das Gegenstück anbringen müsst. Klappt das Tascherl wieder auf und legt jenes Gegenstück an, das ihr dann auch wieder ein bisschen feststeckt.

Achtet vor dem annähen des Klettverschlusses und des Webbandes darauf, Innen- und Außenstoff wieder aufzufalten! Näht also nur auf einer Lage Stoff jeweils – nicht auf beiden zusammen.

3Falten und schließen

Faltet jetzt das Tascherl wie folgt: Legt das ganze Werkstück aufgefaltet mit der rechten Seite nach oben. Nehmt die bereits genähte Seite mit der Wendeöffnung und faltet diese so, dass sie an der 20-cm-Markierung anliegt. Die Falte im Innenstoff sollte an der 10-cm-Markierung sein. Klappt erst dann den Außenstoff auch an der 10-cm-Markierung ein, so dass ihr ein kleines „Butterbrot“ erhaltet. Ihr solltet jetzt nur noch die linken Stoffseiten sehen. Der „Taschenkörper“ liegt in der Mitte zwischen Außen- und Innenstoff und von unten könnt ihr hineingucken und die Wendeöffnung sehen.
(Dieser Schritt ist gar nicht so leicht zu beschreiben – wer das noch nie gemacht hat und Probleme hat, kann mich gerne anschreiben! Ich bemühe mich dann um Klärung. :) )

Schrägt jetzt am besten noch die Ecken ab, damit sie sich später nicht so unhübsch hochwölben. Dazu zeichnet ihr die Nahtzugabe von 1 cm links und rechts auf euren Innenstoff und messt in den Ecken des Taschendeckels im 45-Grad-Winkel etwa 2 cm ab; das geht am besten mit einem Geodreick.

Jetzt wird genäht – und zwar nur die langen Seiten und der Deckel, an dem ihr eben die zwei Ecken abgetragen habt. Unten bleibt die Tasche offen; da, wo man hineingucken kann.
Anschließend könnt ihr noch die Nahtzugaben ein bisschen zurück schneiden (nicht auf weniger als 0,5 cm), damit alles ein wenig hübscher aussieht, wenn das Teil gewendet wurde. An den Ecken könnt ihr ein bisschen näher herangehen, damit man sie schön ausarbeiten kann. Aber auch nicht zu knapp, sonst drückt ihr sie euch nach dem wenden wieder auf.

4Wenden und Wendeöffnung schließen

Das Wenden und Ecken ausdrücken ist ein bisschen knifflig bei so einem Tascherl, aber es lohnt sich, genau zu sein.
Steckt die Nahtzugaben an der Wendeöffnung dann ordentlich nach innen und fixiert euer Ergebnis am besten wieder mit einer Nadel.
Dann geht es ans Absteppen. Ihr könnt nur die Naht absteppen, in der die Wendeöffnung ist, die ihr damit dann auch verschließt. Schöner ist es aber, wenn ihr auch den Taschendeckel noch mit absteppt. Er bekommt so ein wenig mehr Stabilität und irgendwie sieht es auch besser aus (wobei das natürlich Geschmackssache ist. ;) ).

Zum Abschluss noch ein kleiner Trick für die Fäden: Zieht mit einer Hand-Nähnadel die Fäden von außen nach innen, verknotet sie da mit den anderen und schneidet sie dann knapp ab. Dann habt ihr außen nicht die abgeschnittenen Flusen herumhängen; innen sieht man sie nicht so gut.

Fertig!





2 Kommentare
  1. Hallo, dein Diy täschchen ist wirklich sehr hübsch! Ich verstehe aber das mit dem Wenden nicht… Kannst du das vielleicht noch etwas genauer erklären!?
    Das wäre super lieb!
    Lg jael

    • Hallo! Danke für deinen Kommentar. :)
      Ostern hat mich z.Z. noch fest im Griff – aber ich versuche nächste Woche nochmal genauer Fotos zu machen, wollte mir eh noch so ein Tascherl nähen.

      Ansonsten versuche ich es mal so: Auf Bild 3 unten rechts in der Ecke siehst du ja das fertige Täschlein. Wenn du da von unten zwischen die beiden Laden greifst, kommst du an deine Wendeöffnung. Dann ist wirklich einfach nur gefriemel und gefummel gefragt – vielleicht auch ein bisschen „Trial & Error“. Es kann (glaube ich, hier) passieren, dass man „falsch“ wendet und die Klappe nicht richtig rum ist; also das Innere außen, quasi. Dann einfach nochmal zurückstecken und nochmal versuchen. Ohne Bilder ist das aber leider gerade schwer zu erklären… Sobald die Bilder da sind, verlinke ich sie hier!
      Liebe Grüße, Beccy

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