Wildkräutersalat

Wildkräutersalat

Auf dem „Kastanienhof“ in Mecklenburg kommt alles erntefrisch aus dem Garten auf den Tisch. Ein Paradies mit Kräutergeschmack!

Rezept, Anleitung: Dirk Endrulat

Fotos: Dirk Eisermann


So macht man das:

1Für das Dressing

* ein paar frische Wildkräuter
1/4l Apfelsaft (naturtrüb) * 2 EL Traubenkernöl
* 1EL mittelscharfer Senf
* 1/8l weißer Balsamico-Essig
* 0,1 l Fliederbeerblüten-Sirup
* Pfeffer, Salz und Thymian zum Würzen
* Blüten von Veilchen, Gänseblümchen, Löwenzahn und Taubnessel

2...

Wildkräuter fein hacken. Einen Teil davon beiseitestellen. Dressingzutaten mit dem Handrührgerät oder einem Schneebesen so lange verquirlen, bis eine homogene Flüssigkeit entsteht. Die gehackten Wildkräuter ins Dressing geben.

3...

Den Salat auf Tellern anrichten und mit dem Großteil der Blüten garnieren.

4...

Baguette aufbacken und mit Butter bestreichen. Die beiseitegestellten Wildkräuter salzen und pfeffern und auf die noch warmen Baguettescheiben streuen. Mit ein paar Blüten garnieren. Alternative: Baguette mit frischem Ziegenkäse überbacken.

5Wildkräuter-Glossar

1. Löwenzahn
//Küche: als Gemüse, Tee oder in Salat, Brotbelag
//Löwenzahnblätter werden nur vor der Blüte geerntet, später entwickelt die Pflanze Bitterstoffe. Solange aber die Pflanze jung ist, bis zur Blüte hin, kann man alle Pflanzenteile verwenden. Die Wurzeln als Wurzelgemüse (wie Spargel), Blätter, Blüten und Knospen für Salat. Für den Tee wird ein Sud aus Blättern aufgegossen.
//Geschmack: nussig
//Wirkung: harntreibend, entgiftend
//Erntezeit: Ende April bis Anfang Mai
//Standort: Wiesen, Ufer, Gärten, Wegränder, Ödland, feuchte Waldstellen, Hecken

2. GUNDERMANN
//Küche: wie Spinat oder als Kräutersuppe, in Sala- ten, geröstet
//An den aufrecht wachsenden Trieben des Gundermanns bilden sich im Frühjahr hübsche violette Blüten. Sie eignen sich besonders gut zum Garnieren von Wildkräutersalaten.
//Geschmack: scharf, leicht bitter, dominant
//Wirkung: gegen Atemwegserkrankungen, harntreibend, tonisch, wundheilend, stopfend, schleimlösend, anregend auf die Magensaftbildung
//Erntezeit: zeitiges Frühjahr
//Standorte: Sonnig bis halbschattig, gedeiht aber auch noch an schattigen Standorten, z. B. unter Sträuchern und in Gebüschen. Gundermann bevorzugt lehmige und tonige, nicht zu trockene Böden

3. HIMBEERBLÄTTER
//Küche: Salat, Desserts, Tee. Kalter, durstlöschender Auszug
//Himbeerblätter gibt man gehackt zu Beeren- oder Süßspeisen und als dekorative Garnitur auf Dessert-Speisen.
//Geschmack: dezent ätherisch
//Wirkung: leicht abführend, harntreibend, blutreinigend, stimulierend bei der Geburtsvorbereitung, reich an Vitaminen und Mineralstoffen
//Erntezeit: nach dem Austrieb, auch während des Sommers
//Standorte: Landwege, Wälder und Waldränder

4. WEISSE TAUBNESSEL
//Küche: Salat, zum Garnieren, in Suppen, als Spinat
//Um Salaten eine süße Komponente zu verleihen, den Dutt der Blüten und ein paar Blätter der Taubnessel hinzugeben. Schön macht sich der Dutt auch auf Antipasti.
//Geschmack: süß
//Medizinische Wirkung: zur Wundheilung, schleimlösend, gegen Darmbeschwerden
//Erntezeit: Frühjahr, Sommer
//Standorte: Wegesrand, Wildwiesen, Landwege, Baumschatten

5. GIERSCH
//Küche: Gemüse, Salat
//Für viele ein leidiges Unkraut, für manche ein Gemüse. Giersch kann, mit Zwiebeln und Knoblauch zubereitet, als blanchiertes Gemüse gereicht werden. Die jungen bzw. Neuaustriebe des Giersch können roh in den Salat gegeben werden.
//Geschmack: würzig, aromatisch
//Erntezeit: Frühjahr und Neuaustrieb nach Beschnitt
//Standorte: unter Bäumen, im Garten, schattige Orte, Schuttflächen, stickstoffhaltige Böden

6. WEGERICH
//Küche: Salat und Suppen
//Es gibt viele verschie
dene Sorten. Am bekanntesten ist der Breitwegerich. Für Salate können nicht nur die jungen Blätter des Wegerichs verwendet werden, sondern auch seine Blütenstände.
//Geschmack: würzig, nussig
//Medizinische Wirkung: schleimlösend, harntreibend, blutreinigend
//Erntezeit: April bis Mai
//Standorte: Wegesrand, Wiesen, hell und licht, Wege, verdichtete Böden

7. WILDE RAUKE
//Küche: Salat, Salatsuppe, Pesto, gedünstet zu Pasta
//Für Salat einfach roh und dosiert in den Salat geben. Für eine Salatsuppe kurz andünsten und mit Brühe und Milch ablöschen. Zu Nudelgerichten kurz mit Zwiebeln andünsten, mit Salz und Pfeffer würzen und unter die Pasta heben.
//Geschmack: scharf, würzig
//Medizinische Wirkung: wegen des hohen Jodgehalts bei Schilddrüsenerkrankungen, gegen Ermüdung und Schwäche, verdauungsfördernd, stärkt das Immunsystem
//Erntezeit: ganzjährig, sehr winterhart
//Standort: sandiglehmiger Boden in sonniger Lage, Landwege

8. TRIPMADAM
//Küche: Dressing, Brotaufstrich, Soßen, Salate, Kräuteressig, Gewürz für Eintöpfe
//Die zarten Triebspitzen und fleischigen Blätter würzen klein gehackt Rohkost, Salate, Soßen und Kräuterdressings bzw. Dips. Schwach gesalzen und leicht geröstet in Olivenöl schmeckt sie auch vorzüglich auf Baguettebrot.
//Geschmack: erfrischend säuerlich und leicht bitter
//Wirkung: Blutdrucksenkend und bei Arterienverkalkung, gegen Vitamin-Mangelerscheinungen
//Erntezeit: ganzjährig, besonders im Winter
//Standort: sandige, trockene Böden, sonnige Lagen, Steingärten





3 Kommentare
  1. Idee als solche genial. Was mir aber Probleme bereitet o die Tatsache, das ich namentlich jetzt einige kenne, allerdings wäre es hilfreicher wenn vleicht je ein Foto der jeweiligen Wildkräuter daneben wären. Hat man nicht viel Ahnung empfinde ich das als Manko.alles zu googlen.
    Vleicht ist das noch machbar,denn das wäre genial. Lieben Dank Eure Bsrbara

    Barbara Burmeister 13. August 2018 um 18:15 Uhr
  2. Schönes Rezept – prinzipiell. Ich würde es eigentlich gerne mal ausprobieren – aber ich kann mir unter dem sehr allgemein gehaltenen „Wildkräuter“ leider nur wenig vorstellen. Wär schon cool, wenn noch was dazu da stehen würde, was Wildkräuter eigentlich sind, welche man verwenden kann, welche gut zusammen passen, wo man sie findet… ;-)

    • Hallo Sophie
      Als Beispiele für Wildkräuter kann ich dir folgende Liste geben:
      Giersch, Rauke, Löwenzahnblätter, Sauerampfer, Spitz- und Breitwegerich, junge Brennnesselblätter, Gänseblümchen, Beinwell, Brombeer und Himbeerblätter.
      Einigen davon begegnest du sicher auf jedem Spaziergang. Viel Spaß beim Sammeln!
      Liebste Grüße, Jill

    • Klasse Überarbeitung, dann geh ich mal Sammeln. :-)

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