Filzlexikon

Nachschlagewerk

Willkommen im Filzlexikon von Handmade KULTUR

Ob mit Nadel, Seife oder Waschmaschine: Beim Filzen verwandelt sich lose Wolle in festes, formbares Material – eine der ältesten Textiltechniken der Welt.

In diesem Filzlexikon erklären wir dir die wichtigsten Fachbegriffe rund ums Filzen – vom Unterschied zwischen Nass- und Trockenfilzen über Materialien wie Kammzug und Märchenwolle bis zu Techniken wie Nunofilzen und Hohlkörperfilzen. Mehr über Wollfasern erfährst du ergänzend in unserem Wolllexikon.

Viel Spaß beim Entdecken und Filzen!

23 Fachbegriffe von A bis Z

A

Anfilzen
Anfilzen bezeichnet das erste, vorsichtige Verbinden der ausgelegten Wollfasern – beim Nassfilzen durch sanftes Drücken und Streichen mit Seifenlauge, beim Nadelfilzen durch die ersten Einstiche. Erst wenn die Fasern angefilzt sind, darf kräftiger gearbeitet werden.
Auslegen in Lagen
Beim Nassfilzen wird die Wolle in mehreren dünnen, sich kreuzenden Lagen ausgelegt – jede Lage quer zur vorherigen. Das gleichmäßige Auslegen entscheidet über die spätere Festigkeit und verhindert dünne Stellen im Filz.

F

Filzkugel
Filzkugeln entstehen, indem ein fester Wollkern mit Seifenlauge zwischen den Handflächen gerollt wird, bis eine glatte, feste Kugel entsteht. Sie sind das klassische Einsteigerprojekt und Grundlage für Ketten, Mobiles und Untersetzer.
Filznadel
Filznadeln haben feine Widerhaken, die beim Einstechen Fasern mitnehmen und ineinander verhaken. Es gibt sie in verschiedenen Stärken – grob zum Anfilzen, fein fürs Finish – sowie als Sternnadeln für glatte Oberflächen. Vorsicht: Sie sind sehr spitz und brechen leicht.
Filzschablone
Die Schablone aus flexibler Folie oder Luftpolsterfolie wird beim Nassfilzen zwischen zwei Wolllagen eingearbeitet, um Hohlkörper wie Taschen, Hausschuhe oder Eierwärmer nahtlos zu filzen. Nach dem Anfilzen wird sie durch einen Schnitt entfernt.
Filzseife
Zum Nassfilzen eignet sich Olivenseife oder eine milde Schmierseifenlösung: Die alkalische Lauge lässt die Schuppenschicht der Wollfaser aufquellen und macht die Fasern gleitfähig, sodass sie sich verhaken können.
Filzwolle
Filzwolle ist unbehandelte Schurwolle mit intakter Schuppenschicht – nur sie kann verfilzen. Superwash-Wolle und Pflanzenfasern filzen nicht. Besonders gut eignet sich Bergschafwolle für Robustes und Merino für Feines.

H

Hohlkörperfilzen
Beim Hohlkörperfilzen wird um eine eingelegte Schablone herum gefilzt, sodass ein nahtloses, dreidimensionales Objekt entsteht – etwa Taschen, Mützen oder Gefäße. Nach dem Entfernen der Schablone wird die Form von innen weiter ausgearbeitet.

K

Kammzug
Der Kammzug ist ein Band aus parallel gekämmten Wollfasern und das gängigste Ausgangsmaterial zum Filzen. Für das Auslegen werden die Fasern büschelweise quer vom Band abgezogen – nie geschnitten.
Kardieren
Kardieren ist das Ausrichten und Mischen von Wollfasern mit Handkarden oder der Kardiermaschine. Kardierte Wolle (Vlieswolle) hat wirr liegende Fasern und filzt dadurch schneller und gleichmäßiger als glatter Kammzug.
Kernwolle
Kernwolle ist günstige, grobe Wolle, die beim Nadelfilzen als Füllmaterial für den Kern von Figuren und Kugeln dient. Die schöne, feinere Wolle kommt erst als äußere Schicht darüber.

M

Märchenwolle
Märchenwolle ist fein kardierte, meist pflanzengefärbte Schurwolle in leuchtenden Farben, wie sie besonders in der Waldorfpädagogik verwendet wird. Sie eignet sich zum Filzen mit Kindern, für Jahreszeitentische und zarte Bilder.

N

Nadelfilzen (Trockenfilzen)
Beim Nadelfilzen werden trockene Wollfasern durch wiederholtes Einstechen mit der Filznadel verhakt und verdichtet. Die Technik eignet sich für Figuren, Tiere und feine Details – gearbeitet wird immer auf einer Schaumstoffunterlage.
Nassfilzen
Beim Nassfilzen verfilzen die Wollfasern durch warmes Wasser, Seife und Reibung: auslegen, anfilzen, reiben und walken, bis der Filz fest ist. Danach wird klar ausgespült und in Form gebracht – die Technik für Flächen, Kugeln und Hohlkörper.
Noppenfolie
Luftpolster- oder Noppenfolie ist die klassische Unterlage beim Nassfilzen: Ihre Struktur verstärkt die Reibung und massiert die Fasern beim Rollen und Reiben ineinander. Auch als Einlage für Schablonen wird sie verwendet.
Nunofilzen
Beim Nunofilzen werden Wollfasern durch ein leichtes Gewebe – meist Seidenchiffon – hindurchgefilzt. Der Stoff kraust sich dabei und es entstehen hauchzarte, fließende Filzstoffe für Schals und Kleidung.

S

Schaumstoffunterlage
Beim Nadelfilzen schützt eine dicke Schaumstoff- oder Bürstenunterlage die Nadel und die Finger: Die Nadel sticht durch die Wolle hindurch in die Unterlage statt in die Tischplatte – oder in die Hand.
Schuppenschicht
Wollfasern sind von dachziegelartigen Schuppen umgeben. Durch Wärme, Feuchtigkeit, Lauge und Bewegung stellen sich die Schuppen auf und verhaken sich unlösbar ineinander – das ist der Grund, warum Wolle filzt (und warum Wollpullover in der Waschmaschine einlaufen).
Seifenlauge
Die warme Seifenlauge beim Nassfilzen erfüllt zwei Aufgaben: Sie lässt die Schuppenschicht der Fasern aufquellen und sorgt dafür, dass die Hände beim Reiben gleiten. Nach dem Filzen wird die Seife gründlich ausgespült, zum Neutralisieren hilft ein Schuss Essig im letzten Spülwasser.
Strickfilzen (Walkfilzen)
Beim Strickfilzen wird ein bewusst zu groß gestricktes Stück aus Filzwolle in der Waschmaschine bei 40 °C verfilzt – es läuft dabei um etwa ein Drittel ein und wird dicht und fest. Der Klassiker für Hausschuhe, Taschen und Topflappen.

V

Vorfilz
Vorfilz ist eine dünne, nur leicht verfestigte Filzplatte, aus der sich Motive schneiden lassen, die anschließend auf- oder eingefilzt werden. Er ist praktisch für mehrfarbige Muster und klare Konturen.

W

Walken
Walken ist die kräftige Endphase des Nassfilzens: Der angefilzte Rohling wird gerollt, geknetet und geworfen, bis er die endgültige Festigkeit erreicht. Dabei schrumpft das Stück deutlich – gute Anleitungen geben das Schrumpfmaß an.
Wollvlies
Wollvlies ist kardierte Wolle in flächiger, wirrer Faserlage – als Meterware oder im Bausch. Es lässt sich schneller auslegen als Kammzug und ist ideal für großflächige Nassfilzprojekte wie Sitzkissen und Wandbilder.

Nach oben ↑

Strickset mit Garn & Anleitung

Ein luftiges Sommertop im markanten Rippenmuster, das von oben nach unten gestrickt wird und sich individuell in der Länge anpassen lässt.

Im Set enthalten: Sandnes Garn Mandarin Petit aus 100 % Baumwolle und die digitale Strickanleitung.

Strickset mit Garn & Anleitung

Luftig, leicht und anfängerfreundlich: Das SABAI Top No. 1 wird nahtlos von oben nach unten gestrickt und begeistert mit U-Boot-Ausschnitt und feinen Rippenbündchen.

Im Set enthalten: Sandnes Garn Line aus Baumwolle, Viskose und Leinen und die digitale Anleitung.

Strickset mit Garn & Anleitung

Ein sommerliches Tanktop für deine Garderobe: Das THEA Top wird von oben nach unten gestrickt und kann in der Länge ganz einfach angepasst werden.

Im Set enthalten: Sandnes Garn Line aus Baumwolle, Viskose und Leinen und die digitale Strickanleitung.

gehäkelt mit Papyrusgarn

Sommerlich, stilvoll und zeitlos – die Tasche Riviera ist dein perfekter Begleiter für warme Tage. Mit ihrem luftigen Design und der modernen Häkeloptik vereint sie Leichtigkeit und Eleganz in einem einzigartigen DIY-Projekt.

Ob für den Strand, den Stadtbummel oder den Wochenmarkt – diese handgehäkelte Tasche setzt natürliche Akzente und unterstreicht deinen nachhaltigen Lifestyle.

Im Häkelset enthalten ist hochwertiges Garn aus Papyrus sowie die passende Anleitung von der Designerin Paulastrickt.

Dir gefällt HANDMADE Kultur?

Dann abonniere unseren Newsletter und lass dich noch mehr inspirieren!