Wolllexikon
Nachschlagewerk
Willkommen im Wolllexikon von Handmade KULTUR
Merino, Lauflänge, Superwash, Dye Lot – wer vor einem Wollregal oder einem Online-Shop steht, trifft auf viele Begriffe, die über Gelingen und Tragegefühl des nächsten Projekts entscheiden.
In diesem Wolllexikon erklären wir dir die wichtigsten Fachbegriffe rund um Wolle und Garn – von Fasern wie Merino, Alpaka und Mohair über Angaben auf der Banderole wie Lauflänge und Nadelstärke bis hin zu Qualitätsmerkmalen wie mulesingfrei oder GOTS-zertifiziert. So findest du für jedes Strick- und Häkelprojekt das passende Garn. Nachhaltige Wolle kannst du übrigens direkt in unserem Shop WOLLKE kaufen.
Viel Spaß beim Entdecken und Verstricken!
A
- Alpaka
- Alpakawolle stammt vom südamerikanischen Alpaka und ist besonders weich, leicht und wärmend – wärmer als Schafwolle bei geringerem Gewicht. Da sie kaum Lanolin enthält, gilt sie als gut verträglich für empfindliche Haut.
- Angora
- Angorawolle wird aus dem Fell des Angorakaninchens gewonnen und ist extrem weich und flauschig. Wegen der kurzen Fasern neigt sie zum Haaren und wird meist mit anderen Fasern gemischt. Beim Kauf lohnt der Blick auf die Herkunft und tierfreundliche Gewinnung.
B
- Banderole
- Die Banderole ist die Papierbandage um ein Knäuel. Sie enthält alle wichtigen Angaben: Material, Lauflänge, empfohlene Nadelstärke, Maschenprobe, Pflegehinweise und Farbpartie – aufheben lohnt sich bis zum Projektende.
- Baumwolle
- Baumwollgarn ist eine pflanzliche Faser, die sich kühl und glatt anfühlt und kaum elastisch ist. Sie eignet sich besonders für Sommerprojekte, Amigurumi und Haushaltstextilien wie Spüllappen, da sie strapazierfähig und meist maschinenwaschbar ist.
- Bobbel
- Ein Bobbel ist ein flach gewickelter Garnkuchen, meist aus mehreren dünnen, ungezwirnten Fäden mit langem Farbverlauf. Bobbel werden vor allem für Tücher verwendet, weil der Farbverlauf ohne Fadenwechsel durchläuft.
- Bouclé
- Bouclé ist ein Effektgarn mit kleinen Schlingen und Noppen, die beim Zwirnen eingearbeitet werden. Das Maschenbild wirkt dadurch strukturiert und lebendig, einzelne Maschen sind aber schwerer zu erkennen – für Anfängerprojekte daher weniger geeignet.
C
- Chainette-Garn
- Chainette-Garn ist wie ein feiner Schlauch oder eine Kette gestrickt statt gezwirnt. Es ist dadurch leicht, voluminös und formstabil – beliebt für Pullover, die nicht ausleiern sollen.
D
- Dochtgarn
- Dochtgarn ist ein einfädiges, nur leicht gedrehtes Garn mit weichem, voluminösem Griff. Es strickt sich schnell und ergibt ein rustikales Maschenbild, neigt aber stärker zum Pilling als fest gezwirnte Garne.
E
- Effektgarn
- Effektgarne sind alle Garne mit besonderer Struktur oder Optik – etwa Bouclé, Tweed, Glitzer- oder Flammgarne. Sie setzen Akzente, machen aber komplexe Strickmuster oft unsichtbar; schlichte Grundmuster bringen sie am besten zur Geltung.
F
- Farbpartie (Dye Lot)
- Die Farbpartie – auf der Banderole als Partie- oder Lot-Nummer angegeben – bezeichnet alle Knäuel aus demselben Färbebad. Auch bei gleicher Farbnummer können verschiedene Partien leicht abweichen. Für ein Projekt daher immer genug Knäuel aus einer Partie kaufen.
- Farbverlaufsgarn
- Bei Farbverlaufsgarn wechselt die Farbe innerhalb des Knäuels – mal in sanften Übergängen, mal in klaren Streifen. Es eignet sich besonders für Tücher, Loops und Socken, weil das Farbspiel ganz ohne Fadenwechsel entsteht.
- Filzwolle
- Filzwolle ist unbehandelte, filzfähige Schurwolle, die bewusst in der Waschmaschine verfilzt wird – etwa für Hausschuhe oder Taschen. Das Strickstück wird dafür deutlich größer gearbeitet, da es beim Filzen um etwa ein Drittel einläuft.
G
- Garnstärke (Fingering, DK, Aran & Co.)
- Die international üblichen Garnstärken-Klassen reichen von Lace (hauchdünn) über Fingering (Sockenwolle), Sport, DK, Worsted und Aran bis Bulky/Chunky (dick). Sie helfen beim Ersetzen des in einer Anleitung angegebenen Garns – entscheidend bleibt aber immer die Maschenprobe.
- GOTS-Zertifizierung
- Der Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert Garne aus kontrolliert biologisch erzeugten Naturfasern und stellt Anforderungen an umweltfreundliche Verarbeitung und soziale Standards entlang der gesamten Lieferkette.
H
- Handgefärbtes Garn (Hand Dyed)
- Handgefärbte Garne werden in kleinen Partien von Hand gefärbt – oft mit lebendigen Sprenkeln (Speckles) oder sanften Verläufen. Jeder Strang ist ein Unikat; bei größeren Projekten strickt man am besten abwechselnd aus zwei Strängen, um Farbunterschiede zu verteilen.
K
- Kammzug
- Ein Kammzug ist ein dickes, weiches Band aus parallel gekämmten, ungesponnenen Wollfasern. Er ist das Ausgangsmaterial zum Spinnen und Filzen und wird auch für extrem grobmaschiges „Chunky Knitting“ mit den Armen verwendet.
- Kaschmir
- Kaschmir wird aus dem feinen Unterhaar der Kaschmirziege gewonnen und zählt zu den weichsten und teuersten Naturfasern. Schon ein kleiner Kaschmiranteil in einer Garnmischung macht das Garn spürbar weicher.
- Knäuel
- Das Knäuel ist die gebrauchsfertig gewickelte Verkaufsform von Garn, meist zu 25, 50 oder 100 Gramm. Bei vielen Knäueln lässt sich der Faden von innen entnehmen, damit das Knäuel beim Arbeiten nicht durch den Raum rollt.
L
- Lace-Garn
- Lace ist die feinste Garnstärke, oft mit 600 und mehr Metern Lauflänge auf 100 Gramm. Es wird für zarte Tücher mit Ajourmustern verwendet und meist mit deutlich dickeren Nadeln verstrickt, als die Fadenstärke vermuten lässt.
- Lanolin (Wollwachs)
- Lanolin ist das natürliche Wollfett des Schafs. Es macht Wolle wasserabweisend und hautpflegend; bei Wollwindelhosen wird es durch gezieltes Nachfetten (Lanolisieren) aufgefrischt.
- Lauflänge
- Die Lauflänge gibt an, wie viele Meter Faden ein Knäuel bei einem bestimmten Gewicht enthält, zum Beispiel 400 m auf 100 g. Sie ist die wichtigste Angabe beim Garnersatz: Zwei Garne mit ähnlicher Lauflänge und Maschenprobe lassen sich meist gegeneinander austauschen.
- Leinengarn
- Leinen ist eine pflanzliche Faser aus Flachs, die kühl, glatt und sehr strapazierfähig ist. Leinengarn wirkt anfangs steif, wird aber mit jeder Wäsche weicher und fließender – ideal für Sommerkleidung.
M
- Melange
- Melange-Garne werden aus unterschiedlich gefärbten Fasern versponnen, sodass ein fein melierter, lebendiger Farbton entsteht – ähnlich wie bei einem grau melierten T-Shirt.
- Merinowolle
- Merinowolle stammt vom Merinoschaf und ist deutlich feiner und weicher als herkömmliche Schurwolle – sie kratzt nicht auf der Haut. Sie wärmt, gleicht Temperatur aus und ist der Klassiker für Kleidung, Babysachen und Tücher.
- Mischgarn
- Mischgarne kombinieren mehrere Fasern, um ihre Eigenschaften zu vereinen – etwa Wolle mit Polyamid für strapazierfähige Socken oder Baumwolle mit Merino für pflegeleichte Sommerkleidung. Das Mischungsverhältnis steht auf der Banderole.
- Mohair
- Mohair wird aus dem Haar der Angoraziege gewonnen und ist bekannt für seinen feinen Flaum und leichten Glanz. Als hauchdünnes Lace-Garn (Superkid Mohair) wird es oft mit einem zweiten Garn zusammen verstrickt und verleiht Pullovern einen weichen „Halo“.
- Mulesingfrei
- Mulesing ist ein schmerzhafter Eingriff an Merinoschafen, der vor allem in Australien praktiziert wird. Als mulesingfrei deklarierte Wolle stammt aus Haltungen, die auf diesen Eingriff verzichten – ein wichtiges Tierwohl-Kriterium beim Wollkauf.
N
- Nadelstärke
- Die auf der Banderole empfohlene Nadelstärke gibt in Millimetern an, mit welchen Strick- oder Häkelnadeln das Garn am besten verarbeitet wird. Je nach persönlicher Fadenspannung und gewünschtem Maschenbild darf davon abgewichen werden – die Maschenprobe entscheidet.
- Naturfaser
- Naturfasern stammen von Tieren (Wolle, Seide, Alpaka) oder Pflanzen (Baumwolle, Leinen, Hanf). Sie sind atmungsaktiv und biologisch abbaubar – im Unterschied zu synthetischen Fasern wie Polyacryl oder Polyester.
P
- Pilling
- Pilling bezeichnet die kleinen Knötchen, die sich bei Reibung auf der Oberfläche von Strickstücken bilden. Locker gedrehte, weiche Garne pillen stärker als fest gezwirnte. Ein Wollkamm oder Fusselrasierer entfernt die Knötchen schonend.
- Polyamid
- Polyamid (Nylon) ist eine synthetische Faser, die Garnen Reißfestigkeit und Formstabilität verleiht. Klassische Sockenwolle enthält meist 25 % Polyamid, damit Ferse und Spitze dem Abrieb standhalten.
R
- Recyceltes Garn
- Recycelte Garne entstehen aus wiederaufbereiteten Fasern – etwa aus Produktionsresten, alten Textilien oder recycelten PET-Flaschen. Sie schonen Ressourcen und sind ein wachsendes Segment nachhaltiger Garne.
- Rohwolle
- Rohwolle ist ungewaschene Wolle direkt vom Schaf, noch mit Lanolin und Pflanzenresten. Sie wird gewaschen, kardiert oder gekämmt, bevor sie versponnen oder verfilzt werden kann.
S
- Schurwolle
- Schurwolle ist Wolle, die vom lebenden, gesunden Schaf geschoren wurde – im Unterschied zu wiederverwerteter Wolle. Die Bezeichnung „100 % Schurwolle“ steht also für neue, unverarbeitete Wollfasern.
- Seide
- Seide wird aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen und verleiht Garnen Glanz, Festigkeit und einen fließenden Fall. In Mischungen mit Wolle oder Mohair sorgt sie für Eleganz und angenehme Kühle auf der Haut.
- Single-Garn
- Ein Single ist ein einfädiges, ungezwirntes Garn. Es wirkt weich und gleichmäßig, ist aber empfindlicher gegen Abrieb und Pilling als verzwirnte Garne – beliebt vor allem bei handgefärbten Tuchgarnen.
- Sockenwolle
- Klassische Sockenwolle ist ein strapazierfähiges 4-fädiges Garn aus etwa 75 % Schurwolle und 25 % Polyamid, meist superwash-ausgerüstet und maschinenwaschbar. Sie eignet sich neben Socken auch gut für Tücher und Kinderkleidung.
- Strang (Hank)
- Ein Strang ist eine locker zusammengedrehte Garnwicklung, wie sie vor allem bei handgefärbten Garnen üblich ist. Vor dem Verarbeiten muss er zu einem Knäuel gewickelt werden – von Hand über eine Stuhllehne oder mit Haspel und Wollwickler.
- Superwash
- Superwash-Wolle ist so ausgerüstet, dass die Schuppenschicht der Faser nicht mehr verfilzen kann – das Garn wird dadurch maschinenwaschbar. Die Behandlung macht die Faser glatter und weicher, ist aber mit Chemie- und Wassereinsatz verbunden.
T
- Tweed-Garn
- Tweed-Garne enthalten kleine, andersfarbige Noppen, die beim Verspinnen eingearbeitet werden. Sie verleihen Strickstücken eine rustikale, klassische Optik – typisch für Jacken, Pullover und Mützen im Landhaus-Stil.
V
- Viskose
- Viskose ist eine halbsynthetische Faser auf Zellulosebasis, meist aus Holz. Sie ist glatt, glänzend und fließend, aber wenig formstabil – in Mischgarnen sorgt sie für Fall und Glanz.
Y
- Yak-Wolle
- Yak-Wolle stammt aus dem feinen Unterhaar des Hochland-Rinds und ist ähnlich weich wie Kaschmir, dabei sehr wärmend. Die Naturtöne reichen von Grau über Braun bis fast Schwarz.
Z
- Zwirnen
- Beim Zwirnen werden zwei oder mehr gesponnene Einzelfäden miteinander verdreht. Verzwirnte Garne sind runder, strapazierfähiger und pillingärmer als Singles; die Angabe „4-fach“ auf Sockenwolle bezeichnet die Zahl der verzwirnten Fäden.