Papier- & Faltlexikon
Nachschlagewerk
Willkommen im Papier- & Faltlexikon von Handmade KULTUR
Bergfalte, Grammatur, Kirigami – Papier ist eines der vielseitigsten Bastelmaterialien überhaupt, und rund ums Falten, Schneiden und Kleben hat sich ein eigenes Vokabular entwickelt.
In diesem Papier- und Faltlexikon erklären wir dir die wichtigsten Fachbegriffe rund um Papier, Origami und Papierbasteln – von Papiersorten wie Tonkarton und Washi über Werkzeuge wie das Falzbein bis zu Techniken wie Quilling, Kirigami und Buchbindung. Schritt-für-Schritt-Projekte findest du in unseren Faltanleitungen.
Viel Spaß beim Entdecken und Falten!
B
- Bergfalte
- Bei der Bergfalte zeigt der Falz nach oben – das Papier bildet ein kleines Dach. In Faltdiagrammen wird sie durch eine Strich-Punkt-Linie dargestellt und ist zusammen mit der Talfalte die Grundlage jeder Origami-Anleitung.
- Buchbindung
- Buchbinden umfasst alle Techniken, lose Blätter zu Heften und Büchern zu verbinden – vom einfachen Falzheft mit Rückstichheftung über die japanische Bindung bis zur klassischen Fadenheftung. Ein schönes Einstiegsprojekt sind selbst gebundene Notizhefte.
F
- Faltdiagramm
- Ein Faltdiagramm zeigt die Faltschritte eines Origami-Modells mit genormten Symbolen: Linienarten für Berg- und Talfalte, Pfeile für Faltrichtung, Wenden und Öffnen. Wer die Symbolsprache kennt, kann Anleitungen aus aller Welt ohne Text falten.
- Falzbein
- Das Falzbein ist ein glattes Werkzeug aus Knochen oder Kunststoff, mit dem Falze scharf nachgezogen und Kanten geglättet werden. Es sorgt für präzise, saubere Faltungen – besonders bei Karton und beim Buchbinden unverzichtbar.
G
- Grammatur
- Die Grammatur gibt das Gewicht von Papier in Gramm pro Quadratmeter an: Druckerpapier hat 80 g/m², Tonpapier etwa 130 g/m², Tonkarton 220 g/m² und mehr. Für Origami eignen sich leichte Papiere um 70–90 g/m², für Karten und Schachteln kräftiger Karton.
- Grundform (Origami-Basis)
- Viele Origami-Modelle beginnen mit derselben Grundform – etwa der Drachen-, Vogel- oder Wasserbomben-Basis. Wer die wichtigsten Basen beherrscht, erkennt sie in Anleitungen wieder und lernt neue Modelle deutlich schneller.
K
- Kami (Origamipapier)
- Kami ist das klassische Origamipapier: dünn, exakt quadratisch, einseitig gefärbt und meist 15 x 15 cm groß. Es lässt sich präzise falten und hält die Falze gut – ideal für Einsteigermodelle.
- Kirigami
- Kirigami kombiniert Falten mit Schneiden: Durch gezielte Schnitte im gefalteten Papier entstehen Sterne, Schneeflocken, Girlanden oder architektonische Pop-up-Karten. Der Name kommt vom japanischen kiru (schneiden) und kami (Papier).
- Kraftpapier
- Kraftpapier ist das braune, besonders reißfeste Naturpapier, das man von Paketen kennt. Im DIY-Bereich ist es beliebt für Geschenkverpackungen, Etiketten und rustikale Papeterie – gut beschreibbar und bestempelbar.
- Kusudama
- Kusudama sind kugelförmige Objekte aus vielen gleichen, ineinandergesteckten oder zusammengeklebten Origami-Modulen – oft in Blütenform. Ursprünglich japanische Duftkugeln, heute beliebte Hängedeko.
L
- Laufrichtung
- Maschinell hergestelltes Papier hat eine Laufrichtung, in der die Fasern ausgerichtet sind. Papier falzt und rollt sich parallel zur Laufrichtung deutlich sauberer – beim Buchbinden und bei Klappkarten sollte der Falz immer in Laufrichtung liegen.
- Leporello
- Ein Leporello ist ein zickzackförmig gefalteter Papierstreifen, benannt nach Mozarts Opernfigur. Als Fotoalbum, Karte oder Mini-Buch ist die Ziehharmonika-Faltung eines der einfachsten und wirkungsvollsten Papierprojekte.
M
- Modulares Origami
- Beim modularen Origami werden viele gleich gefaltete Einzelteile ohne Kleber zu einem größeren Objekt zusammengesteckt – von Sternen bis zu geometrischen Körpern. Bekannt ist vor allem das 3D-Origami aus kleinen Dreiecksmodulen.
N
- Nassfalten (Wet Folding)
- Beim Nassfalten wird das Papier leicht angefeuchtet und dadurch formbar wie dünnes Leder. Die Technik erlaubt weiche, skulpturale Rundungen statt scharfer Kanten und wird für naturalistische Origami-Figuren aus kräftigem Papier verwendet.
O
- Origami
- Origami ist die japanische Kunst des Papierfaltens: Aus einem meist quadratischen Blatt entstehen ohne Schere und Kleber Figuren, Tiere und Objekte – vom klassischen Kranich bis zu mathematisch komplexen Modellen.
P
- Papierformat (DIN A)
- Die DIN-A-Reihe basiert auf einem klugen Prinzip: Jedes Format ergibt halbiert das nächstkleinere, das Seitenverhältnis bleibt immer 1 zu Wurzel 2. A4 misst 21 x 29,7 cm; für quadratische Origami-Formate wird das Blatt entsprechend beschnitten.
- Papierschöpfen
- Beim Papierschöpfen wird Altpapier zu Faserbrei aufgelöst und mit einem Schöpfrahmen zu neuen Bögen geschöpft. Mit eingelegten Blüten oder Samen entstehen einzigartige Unikate – ein schönes Upcycling-Projekt, auch mit Kindern.
- Pop-up-Karte
- Bei Pop-up-Karten entfalten sich beim Öffnen dreidimensionale Elemente, die durch geschickte Schnitt- und Faltmechanismen im Karteninneren entstehen. Von einfachen Stufenfalzen bis zu komplexen Papierarchitekturen ist alles möglich.
- Prägen (Embossing)
- Beim Prägen wird ein Motiv erhaben ins Papier gedrückt – mit Prägeschablonen und Falzbein oder einer Prägemaschine. Beim Heat Embossing wird Stempelfarbe mit Prägepulver bestreut und erhitzt, sodass ein glänzendes Relief entsteht.
Q
- Quilling
- Beim Quilling werden schmale Papierstreifen mit einem geschlitzten Stift zu Spiralen gerollt, in Form gedrückt und zu Ornamenten, Blumen und Bildern zusammengesetzt. Die alte Klosterkunst erlebt als moderne Papierkunst ein Revival.
R
- Rillen (Nuten)
- Rillen heißt, eine Faltlinie vor dem Falten mit Falzbein und Lineal ins Papier zu drücken. Besonders bei Karton bricht die Oberfläche ohne Rillung unsauber – gerillte Kanten falten sich exakt und ohne Risse.
S
- Scherenschnitt
- Der Scherenschnitt ist die Kunst, filigrane Motive und Silhouetten aus Papier zu schneiden – traditionell schwarz auf weißem Grund. Mit Motivstanzern und Schneideplottern gibt es moderne Verwandte, die klassische Technik braucht nur Schere oder Skalpell.
- Serviettentechnik (Decoupage)
- Bei der Serviettentechnik wird die bedruckte oberste Lage einer Papierserviette mit speziellem Kleber auf Holz, Kerzen oder Pappe aufgebracht. Die Motive verschmelzen scheinbar mit dem Untergrund – ein Klassiker des Dekobastelns.
T
- Talfalte
- Bei der Talfalte zeigt der Falz nach unten – das Papier bildet eine Rinne. In Faltdiagrammen wird sie als gestrichelte Linie dargestellt; zusammen mit der Bergfalte bildet sie das Grundvokabular des Origami.
- Tonkarton
- Tonkarton ist durchgefärbter, kräftiger Bastelkarton ab etwa 220 g/m² – der Standard für Karten, Fensterbilder und Laternen. Das leichtere Tonpapier (etwa 130 g/m²) eignet sich zum Falten und für Bastelarbeiten mit Kindern.
- Transparentpapier
- Transparentpapier ist durchscheinendes Papier, das Licht weich streut – klassisch für Fensterbilder, Laternen und Lampenschirme. Es lässt sich falten, kleben und bedrucken; beim Verkleben bleiben Kleberänder sichtbar, daher sparsam arbeiten.
W
- Washi
- Washi ist traditionelles japanisches Papier aus langen Pflanzenfasern – dünn, aber erstaunlich reißfest und wunderschön strukturiert. Es wird für hochwertiges Origami, Lampen und Buchbindearbeiten verwendet; Washi-Tape ist das daraus entstandene Klebeband.