Makramee-Lexikon
Nachschlagewerk
Willkommen im Makramee-Lexikon von Handmade KULTUR
Makramee ist die Kunst, allein mit Knoten Muster und ganze Wandbehänge entstehen zu lassen – ganz ohne Nadel. Die Namen der Knoten wirken anfangs verwirrend, dabei bauen fast alle auf wenigen Grundtechniken auf.
In diesem Makramee-Lexikon erklären wir dir die wichtigsten Knoten und Fachbegriffe rund ums Knüpfen – vom Ankerstich über Kreuz- und Rippenknoten bis zu Projekten wie Blumenampel und Wandbehang. Wenn du die Grundknoten einmal verstanden hast, kannst du jede Anleitung lesen und eigene Muster entwickeln.
Viel Spaß beim Entdecken und Knüpfen!
A
- Ankerstich (Lerchenkopfknoten)
- Mit dem Ankerstich werden die Fäden am Anfang einer Arbeit an Stab, Ring oder Trägerfaden befestigt: Der mittig gefaltete Faden wird als Schlaufe hinter den Stab gelegt und die Enden werden durch die Schlaufe gezogen. Er ist der Startknoten fast jedes Makramee-Projekts.
- Arbeitsfaden
- Arbeitsfäden sind die Fäden, mit denen aktiv geknotet wird – im Unterschied zu den Trägerfäden, um die herum geknüpft wird. Beim klassischen Kreuzknoten knüpfen die beiden äußeren Arbeitsfäden um die beiden inneren Trägerfäden.
B
- Blumenampel
- Die Blumenampel ist der Makramee-Klassiker: eine geknüpfte Hängevorrichtung für Blumentöpfe, meist aus vier oder mehr Strängen mit Kreuz- und Spiralknoten, die unten in einem Sammelknoten mit Fransen enden.
D
- Diagonaler Rippenknoten
- Beim diagonalen Rippenknoten wird der Trägerfaden schräg über die Arbeit geführt und jeder Faden mit doppelten halben Schlägen darum geknotet. So entstehen schräg verlaufende, plastische Linien – die Grundlage für Rauten- und Blattmuster.
F
- Fransen kämmen
- Am Ende vieler Projekte werden die offenen Fadenenden mit einem Kamm oder einer Haustierbürste ausgekämmt, bis sie weich und flauschig fallen, und anschließend in Form geschnitten – typisch für Federn, Wandbehänge und Blattmotive.
H
- Halber Schlag (Half Hitch)
- Der halbe Schlag ist die kleinste Knüpfeinheit: Ein Faden wird einmal um einen anderen geschlungen. Zwei halbe Schläge übereinander ergeben den doppelten halben Schlag, aus dem alle Rippenknoten aufgebaut sind.
- Halbknoten
- Der Halbknoten ist die Hälfte eines Kreuzknotens. Wird er fortlaufend in dieselbe Richtung geknüpft, dreht sich die Arbeit von selbst zu einer dekorativen Spirale ein – dem Spiralknoten.
- Holzring
- Ein Holz- oder Metallring dient bei Blumenampeln und kleinen Wandbehängen als Aufhängung. Die Fäden werden mit Ankerstichen daran befestigt oder der Ring wird komplett mit Languettenknoten umknüpft.
- Horizontaler Rippenknoten
- Beim horizontalen Rippenknoten wird der Trägerfaden waagerecht über die Fäden gelegt und jeder Arbeitsfaden mit zwei halben Schlägen darum geknotet. Es entsteht eine feste, gerippte Querlinie, die Musterabschnitte voneinander trennt.
J
- Josephine-Knoten
- Der Josephine-Knoten ist ein flacher, dekorativer Schlingenknoten aus zwei ineinander verschlungenen Schlaufen. Er wird gern als Blickfang in Gürteln, Schlüsselanhängern und Wandbehängen eingesetzt und braucht etwas Übung, um symmetrisch zu liegen.
K
- Knüpfbrett
- Ein Knüpfbrett ist eine weiche Arbeitsunterlage mit Maßraster, auf der Fäden mit Nadeln fixiert werden können. Es hilft besonders bei Schmuck und kleinen Arbeiten, gleichmäßig und maßhaltig zu knoten – bei großen Wandbehängen übernimmt eine Kleiderstange diese Funktion.
- Kordelstärke
- Makramee-Garn gibt es üblicherweise in Stärken von 1,5 bis 10 mm. Feine Kordeln eignen sich für Schmuck und filigrane Muster, dicke für Wandbehänge mit ausdrucksstarker Struktur. Anleitungen nennen immer die verwendete Stärke – sie bestimmt Größe und Garnverbrauch.
- Kreuzknoten (Square Knot)
- Der Kreuzknoten ist der wichtigste Makramee-Knoten: Zwei Arbeitsfäden werden abwechselnd von links und rechts um die Trägerfäden geknüpft, sodass ein flacher, quadratischer Knoten entsteht. Aus versetzten Kreuzknoten entstehen ganze Flächen und Netzmuster.
M
- Makramee-Feder
- Makramee-Federn entstehen, indem kurze Fäden in einen Mittelstrang geknüpft, anschließend ausgekämmt und in Federform geschnitten werden. Mit Sprühstärke fixiert, behalten sie ihre Form – beliebt als Anhänger und Deko.
- Makramee-Kordel (gedreht und geflochten)
- Gedrehte Kordel (Single Twist) besteht aus einem verdrehten Strang, lässt sich gut auskämmen und ergibt schöne Fransen. Geflochtene Kordel ist fester, franst kaum aus und zeigt Knoten besonders plastisch. Recycelte Baumwolle ist das gängigste Material.
N
- Netzmuster
- Das Netzmuster entsteht aus versetzt geknüpften Kreuzknoten mit Abstand zwischen den Reihen. Je größer der Abstand, desto luftiger das Netz – die Grundtechnik für Einkaufsnetze, Hängematten und lockere Flächen in Wandbehängen.
P
- Perlen einknüpfen
- Holz- oder Keramikperlen werden zwischen den Knoten auf einzelne oder mehrere Fäden gefädelt und durch den nächsten Knoten fixiert. Sie setzen Akzente in Schmuck, Schlüsselanhängern und Blumenampeln – auf ausreichend große Bohrung achten.
- Pipa-Knoten
- Der Pipa-Knoten ist ein dekorativer, spiralig gelegter Schlaufenknoten in Tropfenform, benannt nach der chinesischen Laute. Er wird als Schmuckelement einzeln gearbeitet, etwa für Ohrringe oder als Abschluss von Bändern.
S
- Sammelknoten (Wickelknoten)
- Der Sammelknoten bündelt mehrere Fäden zu einem festen Abschluss: Ein separater Faden wird mehrfach um das Bündel gewickelt und das Ende unsichtbar im Inneren verzogen. Klassisch am unteren Ende von Blumenampeln, bevor die Fransen beginnen.
- Spiralknoten
- Der Spiralknoten entsteht, wenn fortlaufend Halbknoten in dieselbe Richtung geknüpft werden – die Arbeit dreht sich dabei von selbst zu einer gleichmäßigen Spirale. Ein einfacher, effektvoller Knoten für Blumenampeln und Schlüsselanhänger.
T
- Trägerfaden (Leitfaden)
- Der Trägerfaden ist der passive Faden, um den geknotet wird. Bei Rippenknoten gibt seine Richtung den Linienverlauf des Musters vor; bei Kreuzknoten bilden die mittleren Fäden den Träger. Trägerfäden müssen kaum Länge einplanen, Arbeitsfäden dagegen das Vier- bis Sechsfache der fertigen Länge.
- Traumfänger
- Beim Makramee-Traumfänger wird ein Ring mit Garn umknüpft und die Innenfläche mit Knoten- oder Webmustern gefüllt, unten hängen Fransen und Federn. Er verbindet Knüpf- und Webtechniken in einem Projekt.
U
- Überhandknoten
- Der Überhandknoten ist der einfachste aller Knoten – eine Schlaufe, durch die das Fadenende gezogen wird. Im Makramee sichert er Fadenenden, hält Perlen an Ort und Stelle und bildet einfache Abschlüsse.
V
- Vertikaler Rippenknoten
- Beim vertikalen Rippenknoten knotet der Arbeitsfaden senkrecht an jedem Trägerfaden entlang – er wandert dabei quer durch die Arbeit. So entstehen dichte, gewebeartige Flächen, auch mehrfarbig für Bildmotive.
W
- Wandbehang
- Der Wandbehang ist das bekannteste Makramee-Projekt: An einem Holzstab oder Ast werden Fäden mit Ankerstichen befestigt und zu Mustern aus Kreuz- und Rippenknoten geknüpft, unten schließen ausgekämmte oder schräg geschnittene Fransen ab.