Sticklexikon

Nachschlagewerk

Willkommen im Sticklexikon von Handmade KULTUR

Vom Kreuzstich bis zur Nadelmalerei: Sticken verwandelt einfache Stoffe mit Nadel und Faden in kleine Kunstwerke – und hat dabei sein ganz eigenes Vokabular.

In diesem Sticklexikon erklären wir dir die wichtigsten Fachbegriffe rund ums Sticken – von Grundstichen wie Rückstich, Kettenstich und Plattstich über Materialien wie Mouliné-Garn und Aida-Stoff bis hin zu Techniken wie Punch Needle, Sashiko oder Weißstickerei. So verstehst du jede Stickvorlage und findest die passende Technik für dein nächstes Projekt.

Viel Spaß beim Entdecken und Sticken!

34 Fachbegriffe von A bis Z

A

Aida-Stoff
Aida ist ein speziell für die Kreuzstichstickerei gewebter Zählstoff mit deutlich sichtbarem Gitterraster. Die Feinheit wird in „Count“ angegeben – je höher die Zahl, desto feiner das Stickbild.
Anlegetechnik (Couching)
Bei der Anlegetechnik wird ein dicker Faden oder eine Kordel auf den Stoff gelegt und mit kleinen Überfangstichen eines zweiten, dünneren Fadens festgenäht. So lassen sich Konturen und Metallfäden aufsticken, die zu dick für den Stoff wären.

B

Bandstickerei
Bei der Bandstickerei wird statt Garn ein schmales Seidenband verstickt. Vor allem Blüten und Blätter wirken dadurch plastisch und dreidimensional – eine beliebte Technik für romantische Motive.
Blattstich
Der Blattstich füllt Blattformen mit schräg nebeneinanderliegenden, sich leicht überlappenden Stichen, die von einer Mittellinie nach außen laufen. Er ist die klassische Technik für Blätter und Federn.

C

Crewel-Stickerei
Crewel ist eine traditionelle Sticktechnik mit feiner Stickwolle statt Baumwollgarn, meist auf Leinen. Typisch sind florale Ranken mit plastischer, leicht erhabener Wirkung.

F

Federstich
Der Federstich besteht aus offenen, versetzt angeordneten Schlingen, die sich zu einer federartigen Linie verbinden. Er wird gern für Ranken, Umrandungen und Ziernähte auf Quilts verwendet.
Fischgrätstich
Der Fischgrätstich bildet sich kreuzende Diagonalstiche, die an ein Fischgrätmuster erinnern. Er füllt Flächen locker und dient auch als dekorativer Saum- und Kantenstich.
Freihandstickerei
Bei der Freihandstickerei (Freestyle Embroidery) wird ohne Zählraster direkt nach aufgezeichneter Vorlage oder frei aus der Hand gestickt. Die meisten modernen Hoop-Art-Motive entstehen in dieser Technik.

H

Hardanger-Stickerei
Hardanger ist eine norwegische Durchbruchstickerei, bei der Fäden aus dem Gewebe geschnitten und die entstehenden Gitter umstickt werden. Es entstehen geometrische, spitzenartige Muster – traditionell in Weiß auf Weiß.
Hexenstich
Der Hexenstich besteht aus gekreuzten Diagonalstichen, die eine elastische Zickzacklinie ergeben. Neben seiner dekorativen Wirkung wird er beim Nähen auch für dehnbare Säume verwendet.
Hohlsaumstickerei
Beim Hohlsaum werden einzelne Gewebefäden gezogen und die verbleibenden Fadenbündel dekorativ umwickelt. Klassisch findet man ihn an Tischwäsche und Taschentüchern als zarten, durchbrochenen Zierabschluss.
Hoop Art
Hoop Art bezeichnet Stickbilder, die dauerhaft im Stickrahmen bleiben und als fertige Wanddeko aufgehängt werden. Der Rahmen wird dabei Teil des Kunstwerks.

K

Kettenstich
Beim Kettenstich bildet jeder Stich eine kleine Schlaufe, durch die der nächste Stich geführt wird – es entsteht eine geschlossene Kettenlinie. Er eignet sich für Konturen, Schriftzüge und als flächenfüllender Stich in Spiralen.
Knötchenstich (Französischer Knoten)
Für den Knötchenstich wird der Faden ein- bis zweimal um die Nadel gewickelt und dicht am Ausstichpunkt wieder eingestochen. Es entsteht ein kleines, plastisches Knötchen – perfekt für Blütenmitten, Punkte und Strukturen.
Kreuzstich
Der Kreuzstich ist der bekannteste Zählstich: Zwei sich kreuzende Diagonalstiche bilden ein X. Aus vielen kleinen Kreuzen entstehen nach Zählvorlage ganze Motive – am einfachsten auf Aida-Stoff.

L

Languettenstich (Knopflochstich)
Beim Languettenstich legt sich der Faden bei jedem Stich als kleine Kante um die Einstichlinie. Er versäubert und verziert Stoffkanten, umsticht Knopflöcher und ist der Standardstich zum Applizieren von Filzmotiven.

M

Margeritenstich (Lazy Daisy)
Der Margeritenstich ist ein einzelner, festgenähter Kettenstich in Schlaufenform. Mehrere Schlaufen im Kreis angeordnet ergeben eine einfache Blüte – daher der Name.
Maschinenstickerei
Maschinenstickerei entsteht mit einer Stickmaschine, die digitale Stickdateien automatisch abstickt. Motive, Schriftzüge und Applikationen lassen sich so präzise reproduzieren – die Stickdatei bestimmt Stichart und Reihenfolge.
Mouliné-Garn (Sticktwist)
Mouliné ist das klassische Stickgarn: sechs lose miteinander verdrehte Baumwollfäden, die sich einzeln teilen lassen. Je nachdem, wie viele Fäden zusammen verstickt werden, wird die Linie feiner oder kräftiger.

N

Nadelmalerei (Thread Painting)
Bei der Nadelmalerei werden lange und kurze Plattstiche in vielen Farbabstufungen dicht ineinander gearbeitet, sodass fließende Übergänge wie gemalt wirken. Die Technik wird vor allem für realistische Blüten, Tiere und Porträts verwendet.

P

Perlenstickerei
Bei der Perlenstickerei werden Rocailles, Pailletten oder Schmucksteine mit Nadel und Faden auf den Stoff gestickt – einzeln, in Reihen oder flächig. Sie setzt glänzende Akzente auf Kleidung und Accessoires.
Perlgarn
Perlgarn ist ein gezwirntes, leicht glänzendes Stickgarn, das im Gegensatz zu Mouliné nicht geteilt wird. Es ergibt eine gleichmäßig runde, plastische Stichlinie und ist typisch für Hardanger und Sashiko-ähnliche Arbeiten.
Plattstich (Satinstich)
Beim Plattstich liegen die Stiche dicht und parallel nebeneinander und füllen eine Fläche vollständig aus – die Oberfläche glänzt dadurch seidig glatt. Er ist der wichtigste Füllstich für Blütenblätter, Buchstaben und kleine Formen.
Punch Needle
Die Punch Needle ist eine Stanznadel, mit der Garnschlaufen von der Rückseite in einen straff gespannten Stoff gestanzt werden. Es entsteht eine dichte, teppichartige Schlingenoberfläche – eine schnelle, moderne Alternative zum klassischen Sticken.

R

Rückstich
Beim Rückstich wird die Nadel immer einen Stich zurückgeführt, sodass eine durchgehende, stabile Linie entsteht. Er ist der wichtigste Konturstich – ideal für Umrisse, Schriftzüge und feine Details.

S

Sashiko
Sashiko ist eine japanische Sticktechnik mit gleichmäßigen Vorstichen, traditionell weiß auf indigoblauem Stoff. Die geometrischen Muster dienten ursprünglich zum Verstärken und Flicken von Kleidung – heute auch als sichtbare Reparatur (Visible Mending) beliebt.
Sticknadel
Sticknadeln haben ein großes Öhr für mehrfädiges Garn. Für Zählstoffe wie Aida verwendet man stumpfe Sticknadeln, die das Gewebe nicht spalten; für Freihandstickerei spitze Sticknadeln (Crewel-Nadeln).
Stickrahmen
Der Stickrahmen spannt den Stoff gleichmäßig zwischen zwei Holz- oder Kunststoffringe, damit sich das Gewebe beim Sticken nicht verzieht. Für große Arbeiten gibt es Standrahmen, die beide Hände freilassen.
Stickschere
Die Stickschere ist eine kleine, sehr spitze Schere, mit der Fäden dicht an der Stickerei abgeschnitten werden – etwa beim Vernähen von Fadenenden oder beim Aufschneiden von Fäden in der Durchbruchstickerei.
Stickvlies
Stickvlies stabilisiert den Stoff beim Sticken und verhindert, dass sich das Motiv verzieht – besonders wichtig bei dehnbaren Stoffen wie Jersey. Es gibt Vlies zum Aufbügeln, Ausreißen und wasserlösliches Vlies, das sich nach dem Sticken auswaschen lässt.
Stielstich
Beim Stielstich überlappen sich schräg gesetzte Stiche leicht, sodass eine feine, seilartige Linie entsteht. Er ist der klassische Stich für Blumenstiele, Ranken und geschwungene Konturen.

T

Transferstift
Mit einem wasserlöslichen oder selbstverschwindenden Transferstift wird die Stickvorlage auf den Stoff übertragen. Die Linien verschwinden nach dem Sticken durch Auswaschen oder von selbst – vorher an einem Stoffrest testen.

W

Weißstickerei
Weißstickerei ist der Sammelbegriff für Ton-in-Ton-Stickereien mit weißem Garn auf weißem Stoff, etwa Hohlsaum, Lochstickerei oder Hardanger. Die Wirkung entsteht allein durch Struktur, Licht und Schatten.

Z

Zählmuster
Ein Zählmuster ist eine Vorlage auf Karopapier, bei der jedes Kästchen einem Stich entspricht – meist einem Kreuzstich. Gestickt wird nicht nach aufgezeichneter Linie, sondern durch Abzählen der Gewebefäden oder Aida-Kästchen.

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