Patchwork- & Quiltlexikon
Nachschlagewerk
Willkommen im Patchwork- & Quiltlexikon von Handmade KULTUR
Fat Quarter, Log Cabin, Stitch in the Ditch – die Patchwork-Welt ist voller englischer Fachbegriffe, die in deutschen Anleitungen meist unübersetzt bleiben. Kein Wunder, dass Einsteigerinnen anfangs nur Bahnhof verstehen.
In diesem Patchwork- und Quiltlexikon erklären wir dir die wichtigsten Fachbegriffe rund ums Patchen und Quilten – von Zuschnitt-Klassikern wie Rollschneider und Fat Quarter über Blockmuster wie Log Cabin und Flying Geese bis zu Quilttechniken wie Freihandquilten. Die passenden Nähbegriffe findest du ergänzend in unserem Nählexikon.
Viel Spaß beim Entdecken und Quilten!
A
- Applikation
- Bei der Applikation werden Stoffmotive auf einen Untergrundstoff genäht – von Hand mit unsichtbaren Stichen oder mit der Maschine, oft mit Bügelvlies fixiert. Sie ergänzt das geometrische Patchwork um freie, bildhafte Formen.
B
- Basting (Heften der Lagen)
- Basting bezeichnet das vorläufige Fixieren der drei Quiltlagen vor dem Quilten – mit Sicherheitsnadeln, langen Heftstichen oder Sprühkleber (Basting Spray). Je glatter die Lagen gespannt und geheftet werden, desto faltenfreier gelingt das Quilten.
- Binding (Einfassung)
- Das Binding ist der schmale Stoffstreifen, der die offenen Kanten des fertigen Quilts rundum einfasst. Es wird meist doppelt gelegt angenäht und auf der Rückseite von Hand angenäht; an den Ecken sorgt eine eingelegte Gehrungsfalte für saubere Winkel.
- Block (Quiltblock)
- Der Block ist die quadratische Grundeinheit eines Quilts, die aus mehreren Stoffstücken zu einem Muster zusammengesetzt wird. Viele gleichartige oder unterschiedliche Blöcke ergeben – oft durch Sashing getrennt – das Quilt-Top.
C
- Charm Pack
- Ein Charm Pack ist ein Precut-Paket aus quadratischen Stoffstücken von 5 x 5 Inch (etwa 12,7 cm), meist quer durch eine ganze Stoffkollektion. Ideal, um viele zueinander passende Stoffe zu bekommen, ohne Meterware kaufen zu müssen.
- Crazy Quilt
- Beim Crazy Quilt werden unregelmäßig geformte Stoffreste ohne festes Muster aneinandergesetzt, die Nähte oft mit Zierstichen betont. Die Technik stammt aus dem viktorianischen England und ist perfekt für die Resteverwertung.
E
- English Paper Piecing (EPP)
- Beim English Paper Piecing wird Stoff um Papierschablonen – klassisch Sechsecke, sogenannte Hexies – gefaltet, geheftet und die Teile werden von Hand aneinandergenäht. Eine entschleunigte Handnäh-Technik für unterwegs, aus der ganze Decken entstehen können.
F
- Fat Eighth
- Ein Fat Eighth ist ein Achtel Yard Stoff in praktischer Form: Statt eines schmalen langen Streifens erhält man ein Stück von etwa 23 x 55 cm. Wie das Fat Quarter ist es ein gängiges Verkaufsformat für Patchworkstoffe.
- Fat Quarter
- Ein Fat Quarter ist ein Viertel Yard Stoff, geschnitten als kompaktes Rechteck von etwa 46 x 55 cm statt als schmaler Streifen. Das Format ist der Standard im Patchwork, weil sich daraus auch größere Musterteile zuschneiden lassen.
- Flying Geese
- Flying Geese sind rechteckige Patchwork-Einheiten mit einem mittigen Dreieck, das an einen fliegenden Vogel erinnert. Sie sind Baustein unzähliger traditioneller Blöcke und werden einzeln oder in Reihen („Gänsezug“) verarbeitet.
- Foundation Paper Piecing (FPP)
- Beim Foundation Paper Piecing wird der Stoff direkt auf eine bedruckte Papiervorlage genäht – Linie für Linie in nummerierter Reihenfolge. Die Methode erlaubt extrem präzise Spitzen und komplexe Motive; das Papier wird am Ende entfernt.
- Freihandquilten (Free Motion Quilting)
- Beim Freihandquilten wird der Transporteur der Nähmaschine versenkt und der Quilt mit einem Stopffuß frei unter der Nadel bewegt. So entstehen geschwungene Muster wie Stippling oder Federranken – Übung auf Probestücken ist Pflicht.
H
- Half Square Triangle (HST)
- Das Half Square Triangle ist ein Quadrat aus zwei diagonal zusammengesetzten Dreiecken und einer der vielseitigsten Patchwork-Bausteine überhaupt. Aus HSTs lassen sich unzählige Muster legen – von Sternen bis Zickzack.
J
- Jelly Roll
- Eine Jelly Roll ist eine gerollte Sammlung von Stoffstreifen, je 2,5 Inch (6,35 cm) breit und über die volle Stoffbreite geschnitten. Die Streifen lassen sich schnell zu Streifenquilts oder Log-Cabin-Blöcken vernähen.
L
- Layer Cake
- Ein Layer Cake ist ein Precut-Stapel aus Quadraten von 10 x 10 Inch (etwa 25,4 cm) einer Stoffkollektion. Die großen Quadrate eignen sich für schnelle Quilts und lassen sich gut zu HSTs weiterverarbeiten.
- Log Cabin
- Der Log-Cabin-Block wird von innen nach außen gebaut: Um ein Mittelquadrat – traditionell rot als Symbol für das Herdfeuer – werden reihum immer längere Streifen genäht. Helle und dunkle Blockhälften erlauben unzählige Legevarianten.
- Longarm-Quilting
- Longarm-Maschinen sind professionelle Quiltmaschinen mit langem Maschinenarm, bei denen die Maschine über den aufgespannten Quilt bewegt wird statt umgekehrt. Viele Quilterinnen geben große Quilts zum Quilten an einen Longarm-Service.
N
- Nine-Patch
- Der Nine-Patch ist einer der einfachsten traditionellen Blöcke: neun gleich große Quadrate, zu drei Reihen à drei Quadraten zusammengesetzt. Er ist das klassische Einsteigermuster und Grundlage vieler komplexerer Blöcke.
O
- Obertransportfuß (Walking Foot)
- Der Obertransportfuß transportiert die obere Stofflage synchron zur unteren und verhindert so, dass sich die Quiltlagen beim Absteppen gegeneinander verschieben. Er ist das wichtigste Zubehör für gerades Maschinenquilten.
P
- Patchwork
- Patchwork ist das Zusammennähen vieler Stoffstücke zu einer neuen Fläche – dem Quilt-Top. Historisch aus der Resteverwertung entstanden, ist es heute eine eigene Designdisziplin mit unzähligen traditionellen und modernen Mustern.
- Patchworklineal
- Patchworklineale sind transparente Acryllineale mit Inch- oder Zentimeter-Raster und Winkellinien. Zusammen mit Rollschneider und Schneidematte ermöglichen sie den exakten Zuschnitt, von dem die Präzision des ganzen Quilts abhängt.
Q
- Quilt
- Ein Quilt ist eine Textilarbeit aus drei Lagen – Top, Vlies und Rückseite –, die durch Quiltnähte verbunden sind. Ob Bettdecke, Wandbehang oder Babydecke: Erst das Quilten macht aus dem Patchwork-Top einen Quilt.
- Quilt-Sandwich
- Das Quilt-Sandwich ist der Stapel aus den drei Quiltlagen: Rückseite (schön glatt gespannt), Vlies und Quilt-Top. Es wird sorgfältig geschichtet und gebastet, bevor gequiltet wird.
- Quilten
- Quilten bezeichnet das Verbinden der drei Lagen durch Nähte – von Hand mit kleinen Vorstichen oder mit der Maschine. Die Quiltnähte halten nicht nur das Vlies an Ort und Stelle, sondern geben dem Quilt Struktur und Relief.
- Quiltvlies (Batting)
- Das Quiltvlies ist die wärmende Mittellage des Quilts, erhältlich aus Baumwolle, Wolle, Polyester oder Mischungen. Dicke und Material bestimmen Wärme, Fall und Quiltverhalten; die Angabe zum maximalen Nahtabstand steht auf der Verpackung.
R
- Rollschneider
- Der Rollschneider schneidet mit einer kreisrunden Klinge mehrere Stofflagen exakt entlang des Patchworklineals – deutlich präziser und schneller als die Schere. Er wird immer auf einer selbstheilenden Schneidematte verwendet.
S
- Sashing
- Sashing sind die Stoffstreifen, die zwischen die einzelnen Blöcke eines Quilts gesetzt werden. Sie rahmen jeden Block, bringen Ruhe ins Gesamtbild und gleichen kleine Größenunterschiede zwischen Blöcken aus.
- Schneidematte
- Die selbstheilende Schneidematte schützt den Tisch beim Arbeiten mit dem Rollschneider und zeigt mit ihrem Raster Maße und Winkel an. Kleine Schnitte in der Oberfläche schließen sich von selbst wieder.
- Stitch in the Ditch
- Beim Stitch in the Ditch wird exakt im Nahtschatten der Patchworknähte gequiltet, sodass die Quiltnaht fast unsichtbar bleibt. Die Technik betont die Blockstruktur, ohne eigene Muster hinzuzufügen – am besten mit Obertransportfuß.
U
- UFO (Unfinished Object)
- UFO steht in der Quilt-Community augenzwinkernd für „Unfinished Object“ – ein angefangenes, aber nie fertiggestelltes Projekt. Fast jede Quilterin hat einen Stapel davon; gemeinsame „UFO-Abende“ helfen beim Fertigwerden.
V
- Viertel-Inch-Naht
- Die Standardnahtzugabe im Patchwork beträgt einen Viertel Inch (6,35 mm) – deutlich schmaler als beim Kleidernähen. Ein spezieller Viertel-Inch-Nähfuß hilft, sie exakt einzuhalten, denn schon kleine Abweichungen summieren sich über viele Nähte.
Y
- Y-Naht (Y-Seam)
- Eine Y-Naht entsteht, wenn drei Nähte in einem Punkt zusammentreffen, etwa bei Sternen aus Rauten oder Hexagon-Mustern. Sie wird nicht durchgenäht, sondern exakt am Nahtzugaben-Punkt begonnen und beendet – eine Technik für Fortgeschrittene.